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Pfingstrose (Paeonia)

Lieblingspflanze von Céline Frick

Céline Frick
(Floristin)

Mit bis zu 25 cm grossen Blüten ist die Lieblingspflanze unserer Floristin, Céline Frick, ein echter Blickfang! Die opulenten Blüten der Pfingstrose sind auch als Schnittblumen äusserst beliebt. Sie sind nämlich erstaunlich haltbar und verströmen nebst romantischem Flair meist einen lieblichen Duft. Dieser wird auch in der Parfümindustrie gerne verwendet.

Nicht nur unsere Céline ist begeistert von der Pfingstrose. Vor über 2000 Jahren hatten schon chinesische Kaiser eine Leidenschaft für diese Pflanze und machten sie dadurch populär. Einst dem Adel vorbehalten, gilt sie seither in vielen Ländern als Symbol für Reichtum, Ehre, Glück und Schönheit. Sie hat heute weltweit eine riesige Fangemeinde, darunter auch leidenschaftliche Sammler. Durch eine enorme Sortenvielfalt existieren unzählige Variationen von Blütenfarben und Formen, die tatsächlich fast schon zum Sammeln verleiten.

Doch man soll ja nicht nur auf äussere Werte achten! Die Pfingstrose ist nämlich nicht nur unglaublich schön, sondern auch äusserst robust, pflegeleicht und langlebig. Zudem wird sie seit der Antike als Heilpflanze genutzt und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. In einer eher blütenarmen Jahreszeit profitieren die unterschiedlichsten Insekten vom reichhaltigen Nahrungsangebot der Pfingstrose.

In diesem Beitrag erfährst du nicht nur etwas über ihre Verbindung zur griechischen Mythologie und was die Pfingstrose mit Marshmallows zu tun hat. Du findest hier viele interessante und hilfreiche Details zur Pflanze, ihrer Pflege und Verwendung. Viel Spass beim Lesen!

Heitere Gartengrüsse

Julian

Steckbrief Pfingstrose (Paeonia)

Grösse: sortenabhängig 60 bis über 250 cm
Wuchsform: buschig, kompakt
Pflanzenart: Staude oder Strauch
Wurzeltyp: Tiefwurzler (Pfahlwurzel)
Blatt: tief eingeschnitten, dunkelgrün und glänzend
Blütenform: einfach, halbgefüllt oder gefüllt, kugelförmig
Blütenfarbe: Weiss, Rosa, Rot, Gelb und Mischfarben
Blütezeit: sortenabhängig von Mai bis Juni
Botanische Zugehörigkeit: Familie der Paeoniaceae (Pfingstrosengewächse)
Herkunft: Asien, Europa, Nordamerika
Bestäubungsart: Insekten
Frucht: Kapselfrucht
Giftigkeit: in grossen Mengen leicht giftig für Mensch und Tier
Insektenfreundlichkeit: hoch
Schnittverträglichkeit: Gut schnittverträglich
Frosthärte: sehr gut, -20°C und mehr sind kein Problem
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: tiefgründig, locker, gut durchlässig, nährstoffreich
Erde: nährstoffreich und neutral bis leicht sauer
Kalkverträglichkeit: mittel bis hoch
Salzverträglichkeit: gering
Gestalterische Verwendung: Einzelstellung, Gruppenpflanzung, Beetumrandung, Staudenbeet, Schnittblume

Kurzportrait Pfingstrose (Paeonia)

Ihre pompösen Blüten sind ein Blickfang und sorgen schon vor der Sommer-Saison für reichlich Farbe im Garten. Zudem ist die Pflanze sehr pflegeleicht, robust, frostsicher und äusserst langlebig. Am richtigen Platz kann sie durchaus 60 Jahre und älter werden. Dieses anmutige Schmuckstück sollte wirklich in keinem Garten fehlen!

Besonders gut gefällt sie mir in Staudenbeeten, wo ihre Blüte durch Sommerblüher abgelöst wird. Mit ihrem stabilen Wuchs und den kräftigen Blättern schafft die Pfingstrose dort auch nach der Blüte schöne Strukturen. Sie wirkt aber auch als Solitärpflanze ganz wundervoll.

Schon bald nach dem interessanten roten Austrieb im Frühling zeigen sich die ersten kleinen Knospen an den Triebenden der Pfingstrose. Sie werden immer grösser und praller, bis die umhüllenden grünen Kelchblätter aufplatzen und erste Blicke auf die bunten Blütenblätter erlauben. Je nach Sorte und Witterung entfalten sich dann zwischen April und Juni nach und nach die romantisch anmutenden Blüten mit bis zu 25 cm Durchmesser.

Meist verströmen Pfingstrosen-Blüten einen lieblichen bis intensiv süssen Duft. Dieser wird auch in vielen bekannten Parfüms benutzt. Dazu kommt eine erstaunlich lange Haltbarkeit von bis zu 10 Tagen in der Vase, wodurch Pfingstrosen auch beliebte Schnittblumen sind. Ebenfalls wird sie bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet.

Weltweit gibt es über 30 Arten und unzähligen Sorten der Paeonia, wie die Pfingstrose mit botanischem Namen heisst. Damit bietet diese Pflanze eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Farben und Formen der Blüten. Die Farbpalette reicht von Weiss über alle möglichen Töne von Rosa und Rot bis hin zu Violett sowie auch Gelb und Orangetönen. Die Blüten einiger Sorten haben sogar mehrere Farben, was die Kunstwerke noch faszinierender macht.

Blütenformen

Einfache Blüte
Die dicken gelben Staubgefässe in der Blütenmitte werden nur von einer Reihe Blütenblätter umgeben. Hier haben bestäubende Insekten leichtes Spiel.

Halbgefüllte Blüte
Mehrere Reihen von Blütenblättern umgeben die Staubgefässe in der Mitte, die für Insekten aber immer noch gut erreichbar sind.

Gefüllte Blüte
Die Blüte ist bis zur Mitte hin gleichmässig mit vielen Reihen von etwa gleich grossen Blütenblättern gefüllt. Die Staubgefässe sind dabei oft verdeckt oder zu Blütenblättern umgewandelt.

Bombenförmige Blüte
Anders als bei gefüllten Blüten ist der innere Bereich extrem dicht mit etwas kleineren Blütenblättern gefüllt und wird umgeben von meist nur einer Reihe äusserer grossen Blütenblättern.

Kronenförmige Blüte
Sie ist ähnlich aufgebaut wie die bombenförmige Blüte: Einige Reihen grosser Blütenblätter umhüllen kleinere in der Mitte. Diese sind hier jedoch etwas erhaben und schaffen so die Optik einer Krone.

Anemonenförmige Blüte
Ein bis zwei Reihen grosser Blütenblätter umgeben die Mitte. Hier sind die Staubgefässe zu kleinen Blütenblättern (Petaloiden) modifiziert und produzieren daher meist keine Pollen. Häufig haben sie eine andere Farbe als die grossen Blütenblätter im äusseren Bereich.

Japanische Blüte
Sie sind ähnlich wie die anemonenförmigen Blüten. Die zu Blütenblättern modifizierten Staubgefässe sind jedoch breiter und grösser sowie weniger dicht angeordnet.

Kombinierst du Sorten mit unterschiedlichen Blühzeiten, Blütenformen und Farben geschickt miteinander, kommst du bei günstigen Wetterverhältnissen bis zu 2 Monaten in den Genuss ihrer üppigen Pracht.

Nebst dem hohen Zierwert stellt sie auch eine wichtige Nahrungsquelle für viele verschiedene Insektenarten dar. Zu dieser Jahreszeit blühen sonst nicht viele andere Pflanzen. Hier sind es vor allem die ungefüllten Blüten, welche den besten Zugang zu Pollen und Nektar gewähren.

Wurden die Fruchtknoten in der Mitte bestäubt, entwickeln sich daraus kleine Kapseln, in denen der Samen reift. Ist dieser Prozess abgeschlossen, platzen die Kapseln auf und setzen die Samen frei.

Unter den vielen Arten gibt es zwei unterschiedliche Wuchstypen, welche in die Kategorien Stauden-Pfingstrosen und Strauch-Pfingstrosen unterteilt werden. Ziemlich neu existieren zusätzlich Kreuzungen zwischen diesen beiden, sogenannte Itoh-Hybriden.

Die Stauden-Pfingstrose zieht sich im Herbst komplett in den Boden zurück, während die Strauch-Pfingstrose verholzte Triebe bildet, welche im Herbst lediglich die Blätter verlieren und im Frühling wieder daraus austreiben. Auch Blätter und Blüten der beiden unterscheiden sich.

Erscheinungsbild Stauden-Pfingstrosen

Stauden-Pfingstrosen gehören zu den Blühstauden und können je nach Sorte eine Höhe von 60 bis 120 cm erreichen. Sie haben einen buschigen und kompakten Wuchs mit dichtem Blätterkleid.

Die bekanntesten Arten unter den Stauden-Pfingstrosen sind sicherlich die Edel-Pfingstrose / Chinesische Pfingstrose (Paeonia lactiflora) sowie die in Europa heimische Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis).

Blätterkleid

Im Frühling schieben sich aus den dicken Speicher-Wurzeln rötliche Triebe an die Erdoberfläche. Sie entwickeln sich zu stabilen Stängeln, die ungleichmässig mit dunkelgrün glänzenden Blättern in lanzettlicher Form besetzt sind. Diese sind ausserordentlich fest und erinnern an immergrüne Gehölze. Strauch-Pfingstrosen bilden eine dichte, kompakte Blattmasse, die den ganzen Sommer über frisch und gesund aussieht. Das lockert Staudenbeete auf und schafft eine schöne Optik zwischen den Sommerblumen.

Bevor die Blätter im Herbst vollständig einziehen, nehmen sie schöne Herbstfarben an (je nach Sorte ausgeprägter), was zusätzlichen saisonalen Charme verleiht. Aber woher genau kommen eigentlich die Herbstfarben der Blätter?

Blüten

Bei den Stauden-Pfingstrosen sind die Blüten mit ca. 20 cm etwas kleiner als bei den Strauch-Pfingstrosen. Die Blütenfarben gehen von Weiss über alle möglichen Töne von Rosa und Rot bis hin zu Lachs-Orange und Gelb.

Erscheinungsbild Strauch-Pfingstrosen

Strauch-Pfingstrosen oder auch Baum-Pfingstrosen gehören zu den Kleinsträuchern. Sie bilden verholzte Stämme und Äste, von denen im Herbst lediglich die Blätter abfallen.

Je nach Sorte erreichen sie eine Höhe von bis zu 2 Metern und können mit bis zu 1,5 Metern Breite auch recht ausladend werden. Dies verleiht ihnen ein stattliches und imposantes Erscheinungsbild.

Blätterkleid

Auch Strauch-Pfingstrosen haben einen rötlichen Austrieb. Dieser kommt hier aber aus den stehen gebliebenen Stämmen und Ästen der Pflanze und nicht direkt aus dem Boden. Die Blätter sind weniger fest als die der Stauden-Pfingstrosen. Zudem sind sie grösser, tief eingeschnitten sowie gezackt und besitzen meist eine eher hellgrüne Farbe.

Bevor die Blätter von den verholzten Zweigen abfallen, verfärben auch sie sich bei vielen Sorten in schönen Herbstfarben, was zusätzlichen visuellen Reiz bietet. Woher die Blätter ihre Herbstfarbe bekommen, erfährst du hier.

Blüten

Mit bis zu 25 cm Durchmesser sind sie noch grösser als die Blüten der Stauden-Pfingstrosen und duften meist auch intensiver.

Die bekannteste Art bei den Strauch-Pfingstrosen ist die Paeonia suffruticosa mit grossen, einfach bis stark gefüllten Blüten. Die Farbpalette erstreckt sich von Weiss über Rosa, Rot, Lila und Gelb.

Die Paeonia Rockii aus dem Nordwesten Chinas hat weisse Blüten mit einem charakteristischen dunkelvioletten sogenannten Basalfleck in der Blütenmitte. Durch Kreuzung mit anderen Strauch-Pfingstrosen entstanden erst kürzlich die Rockii-Hybriden. Diese haben zusätzlich zur weissen Blütenfarbe auch Blüten in Rosa, Flieder oder Rot, jedoch immer mit dem charakteristischen dunklen Basalfleck in der Blütenmitte.

Mit der Paeonia suffruticosa «Shima Nishiki» gelang es einem Züchter gar eine Sorte mit variabler Blütenfarbe zu erschaffen. Dadurch können an ein und derselben Pflanze Blüten in unterschiedlichen Farben bewundert werden. Einige sind eher Weiss oder Rosa mit nur wenig Rot, andere leuchten in fast reinem Rot.

Erscheinungsbild Itoh-Hybriden

Die Itoh-Hybriden sind eine recht neue Kreuzung zwischen Stauden-Pfingstrosen und Strauch-Pfingstrosen, sogenannte «Intersektionelle Hybriden». Sie kombinieren die Robustheit und Langlebigkeit der Stauden-Pfingstrosen mit der Blütengrösse und Farbenvielfalt der Strauch-Pfingstrosen. Hier im Bild die beliebte Paeonia itoh «Bartzella».

Sie haben stabile, buschige Pflanzenstrukturen und eine lange Blütezeit. Einige Teile der Blütenstiele frieren im Herbst zurück, jedoch bleiben auch einige Teile als verholzte Stängel zurück.

Raffinierte Tricks

Fast scheint sie wie ein intelligentes Wesen, wenn man ihre raffinierten Tricks zur Erhöhung ihrer Reproduktions-Chancen genauer unter die Lupe nimmt.

Erstaunliche Symbiose
Die Blütenknospen der Pfingstrose sondern einen Zuckersaft ab, der Ameisen anlockt und ihnen als Nahrungsquelle dient.

Beim Sammeln dieses Zuckersafts befreien die Ameisen im Gegenzug für die Mahlzeit die Knospen von Schädlingen und kleinen Schmutzpartikeln.

Pollenfabrik Pfingstrose
Wenn auch einige Züchtungen leider keine Staubgefässe mehr besitzen, ist die Pfingstrose grundsätzlich eine Pollenfabrik der Extraklasse. Keine andere Blume produziert mehr Pollen als sie und auch Nektar ist in den Blüten reichlich vorhanden.

Mit den riesigen Blüten weitet sie die Gruppe ihrer Bestäuber geschickt auf grosse Insekten, wie Rosenkäfer aus und wird auch von Schmetterlingen gerne besucht.

Wetter-Schutz
Um die wertvollen Pollen vor Feuchtigkeit und die Fruchtknoten vor Kälte zu schützen, schliessen sich die Blüten nachts, bei starkem Regen oder Wind. Dies passiert scheinbar vorwiegend bei unbefruchteten Blüten.

Wird das Wetter wieder besser, öffnet sich die Blüte langsam wieder.

Pfingstrose für die Vase

Die romantischen Blüten der Pfingstrose sind auch als Schnittblumen sehr beliebt. Meist werden gefüllte Blüten verwendet, da diese besonders beeindruckend und romantisch wirken. Zudem halten sie sich am längsten in der Vase, bei richtiger Pflege bis zu 10 Tagen.

Wenn du Pfingstrosen aus dem eigenen Garten für die Vase schneiden möchtest, nimm erst mal eine Nase voll, bevor du sie dir ins Wohnzimmer stellst. Viele Pfingstrosen verströmen einen lieblichen bis intensiv süssen Duft, welcher den romantisch anmutenden Anblick noch unterstreicht. Einige haben aber auch einen eher unangenehmen Geruch, da sie sich auf die Bestäubung durch Käfer spezialisiert haben und diese Tierchen mögen scheinbar andere Gerüche als wir Menschen…

Tipps für längere Haltbarkeit

Damit sich die Pfingstrosen in der Vase möglichst lange halten, sollten sie knospig im sogenannten «Marshmallow-Zustand» geschnitten werden. Diesen ermittelst du durch das vorsichtige Abtasten der noch geschlossenen Knospen, welche ihre Farbe aber bereits enthüllt haben. Du solltest es bei den Knospen testen, die etwa gleich entwickelt sind wie die Mittlere im Bild unten.

Fühlen sie sich weich an – eben wie Marshmallows – ist der Entwicklungsstand perfekt. Schneidest du zu unreife Knospen, erblühen sie wahrscheinlich nie. Wartest du hingegen zu lange, verblühen die Pfingstrosen schneller.

Am frischesten sind die Pfingstrosen zeitig am Morgen, bevor ihnen die Sonne Wasser entzieht. Verwende ein scharfes Messer für einen glatten Schnitt und entferne nur punktuell Blüten, damit die Pflanze nicht kahl rasiert wirkt. Zudem ist es wichtig, maximal ein Drittel der Blüten einer Pflanze zu schneiden, da sie sonst zu viel Kraft verliert.

Zur besseren Aufnahme von Nährstoffen solltest du im oberen Bereich der Stiele einige Blätter belassen. Schneide die Stiele für eine bessere Wasseraufnahme schräg an und stelle sie so rasch wie möglich in frisches Wasser. Sie sollten immer bis etwa zur Hälfte im Wasser stehen. Achte darauf, dass in dem Bereich unter Wasser keine Blätter sind. Die Vase stellst du am besten an einen nicht zu heissen Ort ohne direkte Sonne und Zugluft.

Um die Haltbarkeit der Blüten zu verlängern, solltest du das Wasser alle 2 bis 3 Tage wechseln und die Blütenstiele dabei mit schrägem Schnitt ca. 3 cm kürzen.

Standort / Boden für Pfingstrosen

Die Wahl des richtigen Standortes für Pfingstrosen vor dem Kauf ist wichtig. Umzüge mag die Pflanze nämlich nicht wirklich. Am liebsten bleibt sie ihr ganzes langes Leben am gleichen Ort.

Die Pfingstrose ist eine pflegeleichte, robuste und wie wir nun wissen, auch sehr langlebige Pflanze – wenn sie denn am richtigen Platz steht. Hier passt der berühmte Satz: «Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!» Oder eben bei gesundem Wuchs und üppiger Blüte. Doch welches sind die besten Voraussetzungen, damit diese anmutigen Schönheit ihre volle Pracht entfalten kann und mit jedem Jahr schöner wird?

Sonniger,
geschützter
Standort

Tiefgründiger
Boden ohne
Staunässe

Sonniger,
geschützter
Standort

Pfingstrosen lieben Sonne – je mehr, desto besser! Ein sonniger Standort fördert nicht nur das Wachstum, sondern auch die Blütenbildung. Ideal für Stauden-Pfingstrosen sind mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag, Strauch-Pfingstrosen sind etwas toleranter und entwickeln sich auch mit nur halbtägiger Besonnung gut. Stehen die Pfingstrosen zu schattig, werden die Blüten kleiner und auch weniger zahlreich ausfallen.

Die Pfingstrose gehört zu den Tiefwurzlern und bildet fleischige Pfahlwurzeln, die zwischen 60 und 90 cm tief in den Boden wachsen. Sie geben der Pflanze Stabilität und gewährleisten durch ihre Speicherfähigkeit auch in Trockenperioden eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen.

Damit sich diese Pfahlwurzeln frei entwickeln können, ist ein tiefgründiger Boden sehr wichtig. Ebenfalls sollte er gut durchlässig sein, damit sich kein Wasser stauen kann. Das würde schnell zum Faulen der fleischigen Wurzeln führen. Zu grossen Wurzeldruck von anderen Stauden oder Gehölzen mag die Pfingstrose gar nicht. Sie ist eine eher langsam wachsende Pflanze und würde dadurch zu stark verdrängt.

Bei Stauden-Pfingstrosen hilft ein geschützter Standort, die Blüten vor zu viel Wind zu bewahren. Vor allem gefüllte Blüten knicken bei viel Wind recht schnell um.

Strauch-Pfingstrosen sollten allerdings nicht zu geschützt stehen, da sie dann zu früh austreiben und das Risiko von Schäden durch Spätfröste viel grösser ist.

Falls du beim Pflanzen den falschen Standort gewählt hast und die Pflanze ihre volle Pracht aufgrund von Lichtmangel oder ungünstiger Bodenbeschaffenheit nicht entfalten kann, solltest du es trotzdem mit dem Umpflanzen probieren (im Herbst). Bei mir hat das bei Stauden-Pfingstrosen bisher immer recht gut funktioniert und die Pflanzen haben auch schon im Jahr darauf wieder mässig geblüht. Strauch-Pfingstrosen sind hier aber heikler und brauchen ein bis zwei Jahre länger als die Stauden-Pfingstrosen, um sich vom Umpflanzen zu erholen.

Pfingstrosen haben einen eher hohen Nährstoffbedarf. Da sie ihre Pfahlwurzeln bis tief in den Boden hinab strecken und auch dort mit der Zeit der Boden ausgelaugt ist, sollte man neue Pfingstrose nie an genau die gleiche Stelle pflanzen, wo vorher schon eine Pfingstrose länger als ca. 2 Jahre stand.

Pflanzung und Pflege von Pfingstrosen

Pfingstrosen düngen
Pfingstrosen haben einen recht hohen Nährstoffbedarf. Daher solltest du sie im Frühling nach dem Austrieb sowie ev. nochmals nach der Blüte mit organischem Dünger füttern. Kompost wäre zwar gut geeignet, kann jedoch Unkrautsamen enthalten, die nach der Keimung schwierig zwischen den dicken Wurzeln zu entfernen sind. Zudem kann Kompost Pilzbefall fördern. Arbeite den Dünger vorsichtig ein, um Wurzelverletzungen zu vermeiden.

Stauden-Pfingstrosen

Stauden-Pfingstrosen neu pflanzen
Stauden-Pfingstrosen solltest du höchstens 2 bis 3 cm tief einpflanzen. Man sagt, sie sollten nur so tief gepflanzt werden, dass sie noch die Kirchenglocken läuten hören.

Zu tief gesetzte Stauden-Pfingstrosen anheben
Zuerst setzt du mit etwas Abstand zur Pflanze eine Grabegabel unter die Wurzel. Dann hebelst du den Wurzelstock ein Stück nach oben bis zur idealen Höhe.

Stauden-Pfingstrosen umpflanzen
Wenn du ältere Pfingstrosen umpflanzen musst, solltest du die Wurzelstöcke immer teilen. Pflanzt du die Pfingstrose als Ganzes um, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie nie wieder richtig blüht.

Stauden-Pfingstrosen stützen
Vor allem gefüllte Blüten erreichen ein recht stattliches Gewicht. Bei Wind oder Regen kann dies zum Abknicken der Blütenstiele führen. Daher ist es sinnvoll, schon während dem Austrieb geeignete Stützen an der Pflanze anzubringen.

Stauden-Pfingstrosen schneiden
Verblühtes solltest du regelmässig wegschneiden, um die Samenbildung zu verhindern. Diese kostet die Pflanze viel Kraft, welche sie für die Bildung neuer Blüten verwenden könnte.

Wenn die Blütenstiele im Herbst zu welken beginnen, schneidest du sie kurz über dem Boden weg, um die Übertragung von Krankheitserregern möglichst zu verhindern.

Strauch-Pfingstrosen

Strauch-Pfingstrosen neu pflanzen
Strauch-Pfingstrosen werden meist durch Veredelung vermehrt. Das heisst, dass verholzte Strauch-Pfingstrosen-Zweige auf eine Stauden-Pfingstrosen-Wurzel gepfropft wird, um das Anwachsen zu erleichtern. Innert 2 bis 3 Jahren sollten die Zweige aber selbst Wurzeln bilden. Daher ist es wichtig, dass diese sogenannte Veredelungsstelle 5 bis 10 cm unter der Erdoberfläche liegt.

Strauch-Pfingstrosen umpflanzen
Wenn du es wagen willst, deine Strauch-Pfingstrose umzupflanzen, versuche möglichst viel Wurzelmasse zu erhalten. Beginne in etwa 30-45 cm Entfernung vom Hauptstamm den Wurzelballen mit einer Grabegabel abzustechen und arbeite dich in einem Kreis um die Pflanze herum. Das neue Pflanzloch sollte doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen.

Strauch-Pfingstrosen schneiden
Verblühtes solltest du regelmässig wegschneiden, um die Samenbildung zu verhindern. Diese kostet die Pflanze viel Kraft, welche sie für die Bildung neuer Blüten verwenden könnte.

Falls die Blätter im Herbst nicht alle abfallen, solltest du sie entfernen, um die Übertragung von Krankheitserregern möglichst zu verhindern. Schneiden solltest du die Strauch-Pfingstrosen aber möglichst nicht, weil dabei meist die bereits bereiten Blütenknospen für das nächste Jahr mit entfernt werden. Falls die Pflanze doch zu gross geworden ist, musst du dich auf fehlende Blüten im Folgejahr gefasst machen.

Strauch-Pfingstrosen im Herbst aufbinden
Um das Abknicken der Äste durch schweren Schnee zu verhindern, solltest du Strauch-Pfingstrosen im Herbst locker mit einer Schnur zusammenbinden.

Haltung in Pflanzgefässen

Am besten gedeihen Pfingstrosen in tiefgründigem Boden. Man kann sie aber auch einige Zeit in einem Pflanzgefäss halten. Hier eignen sich Strauch-Pfingstrosen jedoch besser als Stauden-Pfingstrosen.

Das Pflanzgefäss muss mindestens 50 cm hoch und ca. 40 cm breit sein, damit sich die fleischigen Pfahlwurzeln frei entfalten können. Auch hier muss ein guter Wasserabzug gewährleistet sein.

Bei Stauden-Pfingstrosen sollte man zudem auf speziell klein bleibende Sorten zurückgreifen, wie:

  • Paeonia lactiflora «Little Medicine Man» (einfach, rosa)
  • Paeonia lactiflora «Dr. h.c. Steffen» (gefüllt, pink)
  • Paeonia lactiflora «Emma Klehm» (gefüllt, rosa)
  • Paeonia officinalis «Alba plena» (gefüllt, weiss)

Was passt zu Pfingstrosen?

Durch eine geschickte Kombination mit anderen Blühstauden entstehen wunderbare Gartenbilder. Ob du Pflanzen wählst, welche zeitgleich mit der Pfingstrose blühen oder solche, die sich in ihrer Blütezeit ablösen, ist ganz dir überlassen.


Aber was passt denn überhaupt zur Pfingstrose, was verträgt sich mit ihr? Ideale Pflanzpartner sind solche, die ebenfalls einen sonnigen bis halbschattigen Standort mögen und die Wurzeln der Pfingstrose nicht zu stark konkurrenzieren. Hier einige Beispiele:

  • Storchschnabel – er blüht den ganzen Sommer und bringt auch nach der Pfingstrosenblüte Farbe ins Beet.
  • Iris – ihre schwertförmigen Blätter geben einen schönen Kontrast, zudem blühen sie häufig zeitgleich mit Pfingstrosen.
  • Frauenmantel – seine gelblich-grünen filigranen Blüten untermalen die Pfingstrosenblüten dezent, ohne sie zu konkurrenzieren.
  • Ziersalbei oder Lavendel – die aufrechten Blütenrispen bieten schöne Akzente zu den opulenten runden Blüten der Pfingstrosen.
  • Katzenminze – auch sie hat rispenförmige Blüten und feines, leicht gräuliches Laub. Damit schafft auch sie schöne Kontraste.
  • Akelei – die zarten Blüten und das feine Laub ergänzen die Pfingstrosen sehr gut.

Bei Neuanlagen von Beeten können wir gerne die Auswahl und Bepflanzung für dich übernehmen. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder info@egligruen.ch.

Herkunft und Vorkommen der Pfingstrose

Die bekannteste Art, Paeonia lactiflora, hat ihren Ursprung in Asien. Aus Mittel- und Süd-Europa stammen Paeonia officinalis, peregrina und mascula. In Nordamerika ist die Paeonia brownii heimisch. Seit der Antike werden sie in diesen Regionen medizinisch genutzt und wachsen dort auch heute noch wild.

Botanik und Geschichte der Pfingstrose

Die Paeonia, wie die Pfingstrose mit botanischem Namen heisst, gehört zur Familie der Paeoniaceae (Pfingstrosengewächse), welche über 30 Arten und mittlerweile unzählige Sorten umfasst.

Ihren botanischen Namen verdankt sie dem griechischen Arzt Paeon. Er soll mit Extrakten aus Pfingstrosen verletzte Götter behandelt haben. Dies brachte ihm jedoch auch den Zorn des Heilgottes ein, weshalb ihn Zeus in eine Paeonie verwandelt habe. Ob dies zur Strafe oder zum Schutz Paeons vor der Rache des Heilgottes geschah, darüber scheiden sich offenbar die Geister der Gelehrten.

Nebst der Heilwirkung wird die Pfingstrose auch seit jeher als Zierpflanze geschätzt und gilt als edle Pflanze. Sie wurden gar als wertvolle Geschenke zwischen Königen und Adligen ausgetauscht.

Asien ist sicherlich die Hochburg der Pfingstrosen, denn dort hat sie eine lange Tradition und grosse Bedeutung sowohl in der Gartenbaukunst als auch in der Medizin. In China wurde die Pfingstrose vor über 2000 Jahren während der Qin- und Han-Dynastie erstmals kultiviert. In der darauf folgenden Tan-Dynastie wurde sie besonders populär. Schon bald wurde sie als «Königin der Blumen» verehrt und ist seither in China ein Symbol für Reichtum, Ehre und Schönheit. Die Stadt Luoyang spielt seit dieser Zeit eine bedeutende Rolle in der Pfingstrosenkultur. Sie gilt als «Hauptstadt der Pfingstrosen» und veranstaltet jährlich eines der weltweit grössten Pfingstrosen-Festivals mit über 1000 verschiedenen blühenden Exemplaren in verschiedenen Parks und Gärten der Stadt.

Ab dem 8. Jahrhundert gelangen die Pfingstrosen dann von China auch nach Japan, wo sie Mut und Entschlossenheit verkörpern. Die Japaner waren schnell angesteckt vom Pfingstrosen-Fieber und züchteten ebenfalls viele neue Sorten.

In Europa wird sie vorwiegend mit Romantik und Liebe assoziiert und daher auch gerne in der Hochzeits-Floristik verwendet. Die in Europa heimischen Arten wurden seit der Antike für medizinische Zwecke angebaut. Als im Mittelalter Klostergärten entstanden, wurden sie dort kultiviert und studiert. Zu dieser Zeit gelangten auch asiatische Arten mitsamt neuem Wissen um ihre Heilkräfte in die Klöster. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Pfingstrose vermehrt als Zierpflanze kultiviert und erlangte schnell grosse Beliebtheit.

Ist die Pfingstrose giftig?

Vor allem das in Pfingstrosen enthaltene Paeonol und Paeoniflorin sind in grossen Mengen giftig für Mensch und Tier. Beide Stoffe werden aber auch medizinisch verwendet, die Menge macht also das Gift. Die grösste Konzentration findet sich in den Wurzeln und Blättern. Werden diese in grösseren Mengen gegessen, kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und Schwindel-Gefühlen kommen. In den Blütenblättern sind nur sehr wenige enthalten. Daher können sie sogar für die Herstellung von feinem Pfingstrosen-Sirup verwendet werden. Beim Einkochen verpuffen die Giftstoffe fast restlos und Sirup trinkt man ja im Normalfall nicht literweise und unverdünnt…

Wenn du kleine Kinder oder verfressene Haustiere hast, pflanzt du die Pfingstrose aber sicherheitshalber etwas ausser Reichweite.

Die Pfingstrose in der Volksmedizin, Parfüm- und Kosmetikindustrie

Inhaltsstoffe und Wirkung der Pfingstrose

Die Pfingstrose enthält viele bioaktive Inhaltsstoffe, wie Paeoniflorin, Flavonoide, Triterpenoide, Polysaccharide, Gallotannine und Alkaloide. Diese werden in der traditionellen und modernen Medizin vielseitig eingesetzt. Wie der Hamamelis werden der Pfingstrose entzündungshemmende, schmerzlindernde und antioxidative Wirkung zugeschrieben. Zudem soll sie immunmodulierende und neuroprotektive Eigenschaften haben. All dies macht die Pfingstrose zur wertvollen Komponente in verschiedenen therapeutischen Anwendungen.

Das Paeoniflorin ist der bekannteste Pfingstrose und hat entzündungshemmende, schmerzlindernde, stimmungsaufhellende und beruhigende Eigenschaften. Es moduliert die Freisetzung und Aufnahme von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin und hat neuroprotektive Effekte.

Anthocyane verleihen den Pfingstrosenblüten nicht nur ihre rote Farbe. Sie gehören zu den Flavonoiden, welche eine antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung haben.

Triterpenoide haben entzündungshemmende, antitumorale und antimikrobielle Eigenschaften. Sie sollen zur Verringerung von Entzündungen und zur Hemmung des Tumorwachstums beitragen.

Polysaccharide stärken das Immunsystem und haben antioxidative Eigenschaften. Sie werden häufig in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, um das Immunsystem zu stärken und die allgemeine Gesundheit zu fördern.

Gallotannine haben zusammenziehende, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie können helfen, Blutungen oder Durchfälle zu stoppen und die Heilung von Wunden zu fördern.

Einige Alkaloide in der Pfingstrose haben beruhigende und schmerzstillende Eigenschaften. Sie können zur Linderung von Schmerzen und zur Förderung des Schlafs beitragen.

Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)

Die Pfingstrose wird seit Ewigkeiten in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Ihre entzündungshemmenden, schmerzstillenden, krampflösenden und hautpflegenden Eigenschaften machen sie zu einem wertvollen Bestandteil der pflanzlichen Medizin.

Schmerz- und Entzündungshemmung
Studien haben gezeigt, dass Pfingstrosenextrakte entzündungshemmende Verbindungen enthalten, die bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis und anderen entzündlichen Erkrankungen hilfreich sein können.

Menstruationsbeschwerden
Die Pfingstrose wird traditionell zur Linderung von Menstruationsschmerzen und zur Regulierung des Menstruationszyklus verwendet. Sie kann helfen, Menstruationskrämpfe zu lindern und hormonelle Ungleichgewichte zu regulieren. Kombinationen mit anderen Kräutern wie Süssholz (Glycyrrhiza) sind in der TCM gängig.

Behandlung von Krampfanfällen
In der traditionellen Medizin wurde die Pfingstrose zur Behandlung von Epilepsie und anderen krampfartigen Zuständen eingesetzt. Es wird angenommen, dass bestimmte Alkaloide in der Pfingstrose krampflösende Eigenschaften haben, die helfen können, Krampfanfälle zu kontrollieren.

Hautgesundheit
Extrakte aus Pfingstrosenwurzeln werden in Hautpflegeprodukten verwendet, um die Haut zu beruhigen, zu befeuchten und zu verjüngen. Die antioxidativen Eigenschaften der Pfingstrose tragen dazu bei, die Haut vor freien Radikalen zu schützen und Entzündungen zu reduzieren.

Stimmungsaufhellung, Beruhigung, Schlafförderung
Pfingstrosenwurzelextrakte werden manchmal zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen verwendet. Die beruhigenden und stimmungsaufhellenden Effekte der Pfingstrose können auf seine Fähigkeit zurückgeführt werden, die Neurotransmitter im Gehirn (wie Serotonin und Dopamin) zu beeinflussen. Hierbei sollen vor allem Paeoniflorine und Alkaloide massgebend sein.

Verbesserung der Lebergesundheit
In der TCM wird die Pfingstrose zur Unterstützung der Lebergesundheit und zur Behandlung von Lebererkrankungen verwendet. Pfingstrosenextrakte sollen die Leberfunktion unterstützen und schädliche Toxine aus dem Körper entfernen.

Verwendung in der Parfüm- und Kosmetik-Industrie

Durch ihren lieblichen, süssen und blumigen Duft wird die Pfingstrose seit Jahrhunderten gerne in allerlei Düften und Parfüms verwendet. Das aus den Blüten gewonnene ätherische Öl ist Basis vieler bekannter Parfüms und sorgt für einen blumigen Duft, der lange anhält. Häufig wird er mit den Düften von Lavendel, Rose und Jasmin kombiniert. Auf parfumo.de sind über 4300 Parfüms gelistet, in denen der Pfingstrosen-Duft verwendet wird.

Auch in kosmetischen Produkten ist sie eine beliebte Zutat aufgrund ihres angenehmen Duftes und ihrer antioxidativen Eigenschaften. Diese sollen die Haut beruhigen, verjüngen und sie mit Feuchtigkeit versorgen.

Pfingstrosen-Sirup

Wenn du mal was Neues ausprobieren möchtest, dann versuch es doch mal mit Pfingstrosensirup. Auch wenn vor allem in den Wurzeln und Blättern der Pfingstrose Stoffe enthalten sind, die beim Verzehr grosser Mengen zu Beschwerden führen, kannst du mit den Blütenblättern bedenkenlos einen Sirup herstellen. Durch das Kochen gehen die wenigen enthaltenen Giftstoffe verloren.

Du kannst Pfingstrosensirup in Getränken wie Limonade oder Cocktails, über Eiscreme, in Joghurts oder sogar in Salatdressings verwenden. Er verleiht einen einzigartigen, blumigen Geschmack. Achte darauf, dass du nur Pfingstrosenblüten verwendest, die nicht mit Pestiziden behandelt wurden, damit der Sirup lecker UND sicher ist.

Mit diesem einfachen Rezept bringst du den wunderbaren Duft und Geschmack der Pfingstrose in deine Küche:

Zutaten

  • 2 Tassen Pfingstrosenblütenblätter (verwende nur ungespritzte Blüten)
  • 2 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Esslöffel Zitronensaft

Anleitung

  1. Pfingstrosenblüten vorbereiten:
    • Pflücke die Pfingstrosenblüten am frühen Morgen, wenn sie am frischesten sind.
    • Entferne die Blütenblätter und achte darauf, dass keine grünen Teile oder Stängel dabei sind, da diese bitter schmecken können.
    • Spüle die Blütenblätter vorsichtig ab, um Schmutz und Insekten zu entfernen.
  2. Sirup kochen:
    • Gib die Blütenblätter zusammen mit dem Wasser in einen Topf und bringe die Mischung zum Kochen.
    • Reduziere die Hitze und lasse die Mischung etwa 10 Minuten köcheln, bis das Wasser die Farbe und den Duft der Pfingstrosen annimmt.
  3. Blütenblätter entfernen:
    • Siebe die Blütenblätter ab und fange das duftende Wasser in einem separaten Behälter auf.
  4. Sirup herstellen:
    • Gib das Pfingstrosenwasser zurück in den Topf und füge den Zucker hinzu.
    • Erhitze die Mischung unter Rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
    • Füge den Zitronensaft hinzu und lasse den Sirup für weitere 5 Minuten köcheln.
  5. Abfüllen und lagern:
    • Giesse den heissen Sirup in sterilisierte Flaschen oder Gläser und verschliesse diese sofort.
    • Lasse den Sirup abkühlen und bewahre ihn im Kühlschrank auf. Dort hält er sich mehrere Wochen.

Die schönsten Pfingstrosen-Sorten

Durch die unzähligen Arten und Sorten ist die Auswahl riesig und kann schon einmal überfordern. Hier habe ich dir einige der schönsten Sorten zusammengetragen:

Stauden-Pfingstrosen

Einfache Blüten (besonders wertvoll für Bienen):

  • Paeonia lactiflora «Krinkled White»
    Diese Sorte hat einfache, schalenförmige, weisse Blüten mit gelben Staubgefässen. Sie ist bekannt für ihre Reinheit und Eleganz
  • Paeonia lactiflora «Sea Shell»
    Eine Sorte mit einfachen, schalenförmigen, rosa Blüten. Sie ist sehr elegant und hat eine lange Blütezeit.
  • Paeonia lactiflora «Doreen»
    Sie besitzt ungefüllte pinkfarbene Blüten mit gelber Blütenmitte und einem angenehmen Duft.
  • Paeonia «Scarlett O’Hara»
    Diese schöne Sorte hat einfache, leuchtend rote Blüten. Sie ist sehr wuchskräftig und blütenreich.
  • Paeonia «Claire de lune»
    Diese aussergewöhnliche Sorte war in den 50er-Jahren ein Meilenstein der Päonienzüchtung. Selten passt ein Name so gut, denn die sanft primelgelben Blütenblätter, die ein Zentrum aus goldenen Staubgefässen umgeben, schimmern in der Dämmerung wie weiches Mondlicht. 

Halbgefüllte Blüten (besonders wertvoll für Bienen):

  • Paeonia «Coral Charme»
    Diese Sorte bietet nebst intensivem Duft ein einzigartiges Farbspiel. Korallenfarbene Knospen entfalten sich zu kräftig rosa gefärbten Blüten, die in leuchtendes Lachsrosa übergehen. Zum Ende der Blütezeit werden die Blüten dann cremefarben.
    Sehr gut zum Schnitt geeignet.
  • Paeonia lactiflora «Miss America» 
    Mehrfach preisgekrönte Sorte mit fein duftenden, halbgefüllten, weissen Blüten mit gelben Staubgefässen in der Mitte. Die Blüten sind auffallend gross und blühen eher früh.

Gefüllte Blüten:

  • Paeonia lactiflora «Festiva Maxima»
    Sie besitzt grosse, gefüllte weissen Blüten mit roten Sprenkeln in der Mitte, die ihr eine besondere Note verleihen. Sie verströmen zudem einen herrlichen Duft.
  • Paeonia lactiflora «Sarah Bernhardt»
    Eine der bekanntesten und beliebtesten Sorten mit grossen, duftenden, voll gefüllten rosa Blüten. Sie hat robuste Stängel und eine lange Blütezeit.
  • Paeonia officinalis «Rubra Plena»
    Diese Sorte hat gefüllte, dunkelrote Blüten und ist bekannt für ihre reiche Farbe und historische Bedeutung. Sie blüht früh und hat robuste Stängel.
  • Paeonia officinalis «Alba Plena»
    Eine traditionelle Sorte mit gefüllten, rein weissen Blüten. Sehr elegant und eine der ältesten kultivierten Pfingstrosen.
  • Paeonia lactiflora «Karl Rosenfield»
    Eine beeindruckende Sorte mit grossen, doppelt gefüllten, tiefroten Blüten. Sie ist wegen ihrer intensiven Farbe und ihres kräftigen Wuchses sehr beliebt.
  • Paeonia lactiflora «Golden Wheel»
    Diese Stauden-Pfingstrose hat gefüllte, zitronengelbe Blüten und betört mit einem leichten, angenehmen Duft.

Japanische Blüten:

  • Paeonia lactiflora «Bowl of Beauty»
    Diese japanische Blütenform hat auffällige, halbgefüllte Blüten mit rosafarbenen äusseren Blütenblättern und einem cremefarbenen Zentrum. Sehr dekorativ und beliebt wegen ihres einzigartigen Aussehens.
  • Paeonia «Buckeye Belle»
    Fantastische Fernwirkung mit halbgefüllten, samtig karminroten Blütenblättern. Die Blütenmitte ist voller blassgoldener Staubgefässe, die mit roten Petaloiden durchsetzt sind.

Strauch-Pfingstrosen

  • Paeonia suffruticosa «Kamata-nishiki»
    Eine wunderschöne Strauch-Pfingstrose mit gefüllten, leuchtend roten Blüten. Sie ist eine traditionelle japanische Sorte, die wegen ihrer intensiven Farbe geschätzt wird.
  • Paeonia suffruticosa «Shimadaijin»
    Diese Sorte hat grosse, halbgefüllte bis gefüllte, tiefviolette Blüten. Sie ist sehr beeindruckend und hat eine lange Blütezeit.
  • Paeonia suffruticosa «Yachiyo-tsubaki»
    Sie hat grosse, gefüllte, hellrosa Blüten und ist für ihre Eleganz und Schönheit bekannt. Ihr Duft ist sehr angenehm.
  • Paeonia suffruticosa «Hana-kisoi»
    Mit ihren zarten, gefüllten rosa Blüten ist diese Sorte eine wahre Schönheit im Garten. Sie hat eine lange Blütezeit und ist sehr dekorativ.
  • Paeonia suffruticosa «Shima Nishiki»
    Originelle Wirkung, da an einer Pflanze oft unterschiedliche farbige Blüten blühen. Manchmal sind sie weiss mit Rosa und Roten Streifen, andere sind Rot mit nur wenig weissen Stellen.

Hybriden

  • Paeonia Itoh «Hillary»
    Eine beeindruckende Sorte mit halbgefüllten, korallenrosa Blüten, die im Verlauf der Blütezeit verblassen. Sie ist sehr dekorativ und duftet angenehm.
  • Paeonia Itoh «Bartzella»
    Eine der bekanntesten Itoh-Hybriden mit grossen, halbgefüllten, leuchtend gelben Blüten und einem angenehmen Duft. Sie ist sehr robust und hat eine lange Blütezeit.
  • Paeonia Itoh «First Arrival»
    Eine frühe Itoh-Hybride mit grossen, halbgefüllten, rosa Blüten. Sie ist robust und hat eine lange Blütezeit, was sie zu einer beliebten Wahl macht.
  • Paeonia Itoh «Julia Rose»
    Diese Sorte hat halbgefüllte Blüten, die von Rosa zu Gelb verblassen, und ist wegen ihres Farbwechsels sehr beliebt. Sie besitzt einen leichten Duft und eine lange Blütezeit.

Julian Baldrin

Hallo ich bin Julian, ein anspruchsvoller Gartenbewohner und Gartengeniesser und stamme aus einer langen Linie von Gartenexperten. Das macht mich zur perfekten Ergänzung des Egli Grün-Teams, wo ich seit 2012 erfolgreich als Leiter PR und Marketing tätig bin. Gerne lüfte ich bei einem entspannten Rundgang durch den Schaugarten den Mief aus meinem Beanie und erlebe den Garten mit allen Sinnen. Ich liebe, wohl genetisch bedingt, die Gartensaison und habe den Finger auch in punkto Gartenmöbel und Zubehör stets am Puls der Zeit.