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Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum

Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum

Lieblingspflanze von Philipp Hager

Philipp Hager
(Teamleiter Gartenbau)



Wegen seiner fingerförmig geschlitzten Blätter wird der Amberbaum häufig mit dem Ahorn verwechselt. Anders als der Ahorn bildet er jedoch keine Propeller-Samen aus, sondern hat kugelig hängende Samenstände. Genau wie die Parrotia persica bietet auch der Amberbaum im Herbst ein Farbspiel, das seinesgleichen sucht und bei guter Witterung über Wochen verzaubert. Diese Eigenschaft macht ihn sehr beliebt – auch bei unserem Teamleiter Gartenbau, Philipp Hager. Der Amberbaum hat auch dich neugierig gemacht? Dann wünsche ich dir viel Spass beim Lesen.

Heitere Gartengrüsse

Julian

Steckbrief Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum

Grösse: Höhe 8 – 20 m / Breite 3 – 4 m
Wuchs: 40 – 60 cm pro Jahr
Wuchsform: straff aufrecht, kegelartige lichtdurchlässige Krone, Sorten mit kugeliger oder säulenförmiger Krone, auch in Dachform oder als Spalier erhältlich
Stammform: wird meist einstämmig kultiviert, in freier Natur auch mehrstämmig
Pflanzenart: Grossbaum
Wurzeltyp: Herzwurzler
Blatt: handförmig gelappt (erinnern an Ahornblätter), intensive Herbstfarben
Blüte: Männliche: grünlich-gelb, kugelig, an 5 – 7 cm langen meist aufrechten Ähren, eher unscheinbar
Weibliche: kleine hängende Kugeln, etwas grösser und auffälliger als die männlichen Blüten
Blütezeit: Mai
Bestäubungsart: Wind
Frucht: kastanienähnliche stachelige Kugel
Giftigkeit: leicht giftig
Familie: Altweidengewächse (Altingiaceae)
Insektenfreundlichkeit:
Schnittverträglichkeit: gut, eigentlich nicht nötig
Frosthärte: im Alter gut bis ca. -20° bis -26° C
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: frisch bis mässig feucht, nährstoffreich
Erde: humos, gut durchlässig, neutral bis sauer, möglichst kalkfrei
Salzverträglich: nein
Kalkverträglichkeit: nein
Verwendung: Solitär, Parkanlagen, Rhododendron-Garten, Waldgarten, Strassenbaum, Sichtschutz, Vorgarten

Erscheinungsbild Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum

Wer auf der Suche nach einer herbstlichen Attraktion für seinen Garten ist, kann mit einem Amberbaum nichts falsch machen. Der eigentliche Grossbaum, der in unseren Regionen 8 bis 25 m Höhe erlangen kann, ist durch Züchtungen mit geringen Wuchshöhen und säulenförmigem Wuchs auch für kleinere Gärten bestens geeignet.


Ganzjährig ein Blickfang ist der Amberbaum, ein sommergrüner Laubbaum mit ahornähnlichen handförmig gefingerten Blättern. In der Wildform wächst er kegelförmig und sowohl mehr- als auch einstämmig. Stämme und ältere Zweigen bilden mit der Zeit dekorative Korkleisten aus, junge Zweige haben häufig eine braun-orange Farbe. Dies bietet einen visuellen Kontrast zur Umgebung und verleiht dem Baum auch im Winter eine markante Erscheinung.

Im Handel wird er meist als Hochstamm angeboten, ist aber auch mehrstämmig erhältlich. Zudem wird er auch als Spalier oder mit dachförmiger Krone kultiviert. Spezielle Züchtungen weisen gar kugelförmige Kronen oder säulenförmigen Wuchs auf. Mehr zu den Wuchshöhen und optischen Besonderheiten der unterschiedlichen Sorten sowie zur Standortwahl erfährst du später noch.

Blüten und Früchte

Die Blüten des Amberbaums sind eher unscheinbar und werden in weibliche und männliche Blüten unterteilt. Während die männlichen Blüten in kleinen Kugeln ährenartig angeordnet sind, hängen die etwas grösseren weiblichen Blütenkugeln einzeln an den Zweigen. Aus ihnen bilden sich im Herbst kugelige kastanienartige Samenstände, was auch ein echter Blickfang ist.

Dieses Schauspiel lässt jedoch auf sich warten, denn Amberbäume blühen erst etwa im Alter von 20 Jahren das erste Mal.

Weibliche und männliche Blüten
Samenkapseln des Amberbaums

Das Farbenspiel im Herbst

Wenn im Spätsommer und Herbst die Temperaturen nachlassen und die Tage kürzer werden, verzaubert der Amberbaum bei guter Witterung über Wochen mit einem kaleidoskopischen Spektakel aus Farben von Gelb, Orange, Rot und je nach Sorte, Standort und Sonneneinstrahlung sogar bis zu dunklen Purpur- oder Violett-Tönen, die sich teilweise alle auf demselben Blatt wiederfinden. Vor allem bei jungen Bäumen kann es vorkommen, dass die Herbstfärbung in den ersten Jahren nach der Pflanzung noch schwach ausfällt oder ganz ausbleibt.

Aber wie bringt der Amberbaum im Herbst all diese Farben in die Blätter? Genau genommen sind sie schon vorher in den Blättern, werden aber während des Sommers vom grünen Chlorophyll verdeckt.

Die gelben Pigmente kommen vom Xantophyll, die orangen vom Carotinoid, welche in den Chloroplasten der Blätter gebildet werden. Die roten Pigmente entstehen durch das Anthocyan, das scheinbar die Blätter vor der UV-Strahlung schützt und erst gegen Herbst in den Zellwänden gebildet wird. Daher wird es an sehr sonnigen Standorten in grösseren Mengen gebildet als an schattigeren. Auch Pflege (wässern und düngen) sowie die Züchtung spielen eine Rolle dabei, wie viel Xantophyll, Carotionid und Anthocyan in den Blättern vorhanden ist. Diese Farbpigmente werden aber während des Sommers von den grünen Pigmenten des Chlorophylls überdeckt (wenige Ausnahmen sind rotlaubige Pflanzen, dort überwiegt das Anthocyan).

Wenn die Tage ab September kürzer und kühler werden, beginnt der Baum, die Chlorophyll-Produktion einzustellen. Das noch in den Blättern vorhandene stickstoffreiche Chlorophyll wird in seine Bestandteile zersetzt und die gelösten Nährstoffe für den Winter im Stamm eingelagert. Nimmt das Chlorophyll in den Blättern ab, kommen die anderen Farben zum Vorschein. So entstehen diese wunderbaren Farbspiele, welche sich beim Amberbaum teilweise in einem Spektrum aller Farben an nur einem Blatt zeigen. An sonnigen und wärmeren Tagen wird mehr Chlorophyll abgebaut, wodurch die Anthocyane und Carotinoide stärker sichtbar werden. Bei kalten und regnerischen Tagen wird weniger Chlorophyll abgebaut, wodurch die Herbstfärbung weniger intensiv ist. Wenn der Standort windgeschützt ist, behält der Baum sein buntes Laub bis etwa im November, dann lässt er es schliesslich fallen.

Herkunft Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum

In Europa wird der Amerikanische Amberbaum seit 1688 als Zierbaum gepflanzt, jedoch wird er hier immer häufiger zur Begrünung im innerstädtischen Bereich verwendet, da er dem Klimawandel einfach viel besser gewachsen ist als einheimische Bäume.

Ursprünglich kommt er aus Nordamerika, wo er bevorzugt Auen mit tonigen Böden besiedelt, die gelegentlich überschwemmt werden. Aber auch mit steinigen und kargen Böden kommt er problemlos zurecht. Aufgrund dieser Eigenschaften wird er in Amerika gerne als Strassenbaum, Alleebaum oder Parkbaum eingesetzt. Zudem wird er dort aber auch forstwirtschaftlich intensiv genutzt. Der anhaltend würzige Duft und die wallnussähnliche schön gemaserte Struktur des Holzes macht es bei Kunsttischlern gleichermassen wie im Möbel- und Innenausbau sehr beliebt. Da Amber-Holz zu den Harthölzern gehört, wird es aber auch als Konstruktionsholz oder Transportverpackung benutzt.

Wird die Rinde des Amberbaums verletzt, tritt Harz aus, woher auch sein botanischer name Name «Liquidambar» stammt. Er setzt sich zusammen aus liquid (lateinisch für flüssig) und ambar (arabisch für Bernstein), also flüssiger Bernstein.

Wie das Holz des Amberbaums duftet auch sein Harz sehr intensiv und wurde darum bereits von nordamerikanischen Indianern als Kaugummi genutzt. Daher wird er in Amerika häufig als «sweetgum tree» bezeichnet. Noch heute wird das Harz zu «Styrax» verarbeitet, welches bei der Herstellung von Kaugummi als Geschmacksstoff dient. Es wird aber auch in Medizin und Parfümindustrie verwendet. Dazu später mehr. Die Form seiner Blätter hat ihm im deutschsprachigen Raum auch den Namen «Seesternbaum» eingebracht.

Ist Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum giftig?

Alle Pflanzenteile enthalten in äusserst geringen Mengen eine Giftstoff-Konzentration und können bei Hautkontakt bei empfindlichen Menschen zu Reizungen führen und bei Verzehr Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall oder Erbrechen verursachen.

Das Harz des Amberbaums verliert bei Verarbeitung seine geringe Giftstoff-Konzentration und findet sogar eine vielseitige Anwendung.

Das beliebte Harz des Amberbaums

Im Harz des Amberbaums sind die Duftstoffe Vanillin und Zimtsäure enthalten. Daher wird es gerne zur Herstellung von Parfum und Seifen sowie in der Tabakproduktion und Aromatherapie verwendet, aber auch als Aromastoff (Styrax) in Kaugummis, Süssigkeiten und Backwaren. Schon die amerikanischen Ureinwohner, die das pure Harz des Amberbaums als Kaugummi nutzten, wussten, dass es eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung hat. Diese Wirkstoffe kommen noch heute in Naturheilmitteln zur Bekämpfung von Husten und Erkältungskrankheiten zum Einsatz.

Wer jetzt an das «Amber-Bier» als weiteres Produkt des Amberbaums denkt, liegt aber falsch. Der Name stammt lediglich von der Farbe des Biers, die an das Amber-Harz erinnert.

Welchen Standort und Boden mag Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum?

Als sogenannter «Herzwurzler» kann der Amberbaum nebst oberflächennahen Wurzeln auch tiefe Pfahlwurzeln schlagen, ganz wie es die Bodenbeschaffenheit zulässt. Daher kann er sich an sehr unterschiedlichen Untergründe anpassen. In seiner Heimat in Amerika wächst er überwiegend auf lehmigen Untergründen in Flusstälern mit gelegentlichen Überschwemmungen, aber sogar auch auf eher steinigen und kargen Böden in Höhenlagen.

Bodenbeschaffenheit

Könnte der Amberbaum wählen, würde er sich für einen nährstoffreichen, humosen und gut durchlässigen Boden entscheiden. Wenn du ihn in sehr lehmige oder schwere Erde pflanzen möchtest, kannst du diese vorher auch mit etwas Sand auflockern, damit sich seine Wurzeln möglichst gut entwickeln können. Die gelegentlichen Überschwemmungen in seiner Heimatregion bringen auch immer wieder neue Nährstoffe mit, weshalb der Amberbaum einen für Gehölze vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf hat. Darum kannst du bei der Pflanzung gleich noch etwas Humus beimischen.

Eine regelmäßige Düngung sorgt nicht nur für einen gesunden und kräftigen Wuchs von Amberbäumen. Sie trägt auch dazu bei, dass sie eine reiche Herbstfärbung entwickeln. Perfekt wäre es, von Mai bis August alle 2 Wochen mit Kompost oder Kompost und Hornspänen zu düngen. Werden Hornspäne mit Kompost gemischt, ermöglichen die Mikroorganismen im Kompost eine raschere Zersetzung der Hornspäne und machen diese schneller zugänglich für die Pflanzen. Nach der Düngung sollte jeweils reichlich gewässert werden.

Wasserbedarf

In freier Natur kann sich der Amberbaum auch mit kargen, austrocknenden Böden arrangieren und überlebt gelegentliche Trockenphasen. Dennoch ist das für seine Schönheit und Vitalität nicht gerade förderlich und er bevorzugt frische bis leicht feuchte Erde. Darum solltest du in deinem Garten darauf achten, dass seine Erde nie über mehrere Tage austrocknet. In längeren heissen und trockenen Perioden sollten sogar auch ältere Exemplare gelegentlich gegossen werden.

Trockenheitsresistenz und Frostverträglichkeit steigern

Wenn du die Trockenheitsresistenz und Frosthärte deines Amberbaums gezielt steigern möchtest, kannst du dies erreichen, indem du ihn nur sparsam wässerst. Giesse nur junge, frisch gepflanzte Bäume bis zum Anwachsen regelmässig und ältere etwas bei längerer Trockenheit. Sobald der Baum angewachsen ist, soll er schnell ein tief reichendes Wurzelsystem bilden (funktioniert nicht bei hartem Untergrund). Ein reichliches Angebot von Wasser an der Erdoberfläche veranlasst ihn dazu, seine Wurzeln vor allem flach auszubreiten. Das schadet seiner Standfestigkeit, und die oberflächlichen Wurzeln sind anfällig für Schäden durch Bodenfrost. Dieses Vorgehen kann dazu führen, dass dein Amberbaum in den Anfängen vielleicht ab und zu nicht sehr hübsch anzusehen ist und auch seine Herbstfärbung etwas weniger intensiv ist.

Standortansprüche

Der Amberbaum liebt einen sonnigen Platz. Er kommt aber auch mit Halbschatten sehr gut zurecht, da er sehr anpassungsfähig ist.

Besonders intensive Herbstfarben mit vielen Rottönen zeigen Amberbäume an vollsonnigen Standorten mit mässig feuchtem Boden.

Ist der Standort zu schattig, werden sich eher nur gelbe bis orange Farbtöne durchsetzen.

Wenn du zudem einen windgeschützten Platz wählst, bleibt dir das wunderbar bunte Herbstlaub länger erhalten.

Gut zu wissen: Da der Amberbaum anfangs noch nicht so winterhart ist, pflanzt du ihn am besten im Frühjahr, damit er bis zum Winter genug Zeit hat, um gut anzuwurzeln. Im Herbst schützt du die Erde über dem Wurzelballen in den ersten Jahren mit einer Schicht Mulch oder Laub, das du mit Reisig abdeckst. Das verhindert das Verwehen des Laubs. Auch den Stamm kannst du mit Jute oder einem Vlies einpacken, um Frostrisse zu verhindern.

Wie gross wird Liquidambar styraciflua / Amerikanischer Amberbaum?

Der Amberbaum erreicht in seiner natürlichen Heimat, in den Auen der Flusstäler und den Berghängen Nordamerikas, Höhen von bis zu 40 Metern. In Europa wird er meist nur zwischen 8 und 25 Meter hoch. Es gibt aber auch klein bleibende Züchtungen. Mehr dazu erfährst du im Abschnitt «Sorten».

Kann man den Liquidambar styraciflua / Amerikanischen Amberbaum klein halten?

Wenn du nur wenig Platz zur Verfügung hast, wähle lieber gleich von Anfang an eine eher klein bleibende Sorte oder ein Säulen-Exemplar aus (weiter unten mehr zu den Sorten).

Der Amberbaum ist zwar recht gut schnittverträglich, die schöne Kegelform, resp. je nach Sorte eine Kugel- oder Säulenform, entwickelt der Amberbaum aber ganz ohne Schnittmassnahmen.

Amberbäume in Form einer Hecke, eines Spalier oder mit Dachform sollten jedoch regelmässig in Form geschnitten werden.

Ansonsten können im Frühling erfrorene oder abgebrochene Zweige entfernt werden. Bei zu grossen oder dichten Exemplaren kann bei Bedarf auch ein Auslichtungsschnitt vorgenommen werden (siehe nächstes Kapitel).

Liquidambar styraciflua / Amerikanischen Amberbaum schneiden

Wenn du vor der Pflanzung schon eine Sorte mit passender Wuchshöhe gewählt hast, kannst du dir den Aufwand fürs Schneiden sparen, dich zurücklehnen und geniessen.

Willst du den Amberbaum als Hecke, Spalier oder mit Dachform kultivieren, ist allerdings ein regelmässiger Schnitt erforderlich.

Du besitzt bereits ein Exemplar, welches zu gross geworden ist? Oder die Äste deines Amberbaums sind beschädigte oder stehen zu dicht und reiben sich? Dann wendest du am besten einen Auslichtungs-Schnitt an.

Wie schneiden

Bei einem Auslichtungs-Schnitt entfernst du mit einem scharfen und sauberen Werkzeug die ältesten und dicksten Äste, resp. beschädigte oder zu dicht stehende direkt an der Verzweigung (also auf Astring). Es sollten keine Äste aneinander reiben. Auch sollte sich die Krone nach aussen öffnen, also möglichst keine Äste nach innen stehen. Auf keinen Fall solltest du immer wieder nur die obersten Äste schneiden (ausser bei Hecken, Spalieren und Dachformen). Das schadet der Wuchsform. Auch Teilrückschnitte bis ins alte Holz sind nicht zu empfehlen.

Wann schneiden

Wähle dazu einen bedeckten, aber nicht zu kalten Tag im Frühling aus.

Gerne können wir diese Arbeiten für dich ausführen. So kannst du deinen Amberbaum einfach ganz entspannt geniessen. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Sorten vom Liquidambar styraciflua / Amerikanischen Amberbaum

Durch Züchtungen sind eine Vielzahl von Sorten des Amberbaums entstanden. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Wuchsform, Wuchshöhe, Blattfarbe und Herbstfärbung teils erheblich.

Bei einer Kaufabsicht lohnt sich daher oft der Besuch einer Baumschule, vor allem auch zur Zeit der Herbstfärbung.

Auch solltest du unbedingt vor dem Kauf bestimmen, wie viel Platz das Gehölz maximal einnehmen darf und dich dann mit den Wuchshöhen der verschiedenen Sorten auseinandersetzen. Ständiges Zurückschneiden von zu gross gewählten Exemplaren ist aufwändig und zerstört oft die natürlich schöne Wuchsform.

Lass dich im Zweifelsfall bei der Auswahl beraten. Hier habe ich dir schon mal eine kleine Übersicht zusammengestellt. Beachte, dass die angegebenen Höhen, Breiten und der jährliche Zuwachs sehr vom Standort und der Pflege abhängig sind. Auch treten die angegebenen Höchstmasse erst nach vielen Standjahren ein.

  • Liquidambar styraciflua (Amberbaum Wildform)
    aufrechte, kegelartige und lichtdurchlässige Krone, erst eher schmal und im Alter rundlicher
    Herbstfarbe: gelb, orange, feuerrot bis purpur oder schwarz-violett
    Höhe: 8 – 25 m hoch, Breite: 5 – 10 m, Zuwachs: 40 – 60 cm pro Jahr
  • Liquidambar styraciflua «Stella» (Amberbaum «Stella»)
    straff aufrecht, schmale, kegelartige Krone, sehr intensiv dunkelrote Herbstfarbe
    Herbstfarbe: gelb, orange, dunkelrot
    Höhe: 8 – 25 m hoch, Breite: 5 – 6 m, Zuwachs: 40 – 60 cm pro Jahr
  • Liquidambar styraciflua «Worplesdon» (Amberbaum «Worplesdon»)
    schwacher Wuchs, symmetrisch wirkend, kompakt, schlanke pyramidenförmige Krone, noch intensivere Herbstfärbung als bei der Wildform
    Herbstfarbe: gelb, orange, feuerrot bis purpur oder schwarz-violett
    Höhe: 8 – 10 m hoch, Breite: 3 – 4 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr
  • Liquidambar styraciflua «Golden Treasure» (Gelbbunter Amberbaum «Golden Treasure»)
    kegelförmiger, aufrechter Wuchs, lichtdurchlässige Krone
    Herbstfarbe: purpurrot bis rot-orange
    Höhe: 5 – 8 m hoch, Breite: 3 – 4 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr

Niedrige Wuchshöhe

Bei geringem Platzbedarf im Garten kann eine dieser Sorten die richtige Wahl sein.

  • Liquidambar styraciflua «Variegata» (Buntlaubiger Amberbaum «Variegata»)
    kegelförmige Krone, aufrechter Wuchs, grün/gelblich-weiss panaschiertes Laub, gedeiht auch im Pflanzkübel gut (ab 30 l)
    Herbstfarbe: gelb bis rötlich, eher Pastelltöne
    Höhe: ca. 2 – 4 m (eher 2 m), Breite: ca. 1 – 2 m, Zuwachs: 5 – 15 cm pro Jahr
  • Liquidambar styraciflua «Oktoberglut» (Amberbaum «Oktoberglut»)
    langsamwüchsig, feuerrote Herbstfarbe, eher klein bleibend
    Herbstfarbe: gelb, orange und rot
    Höhe: 2,5 – 5 m hoch, Breite: 1 – 2 m, Zuwachs: 5 – 10 cm pro Jahr
  • Liquidambar styraciflua «Gumball» (Kugel-Amberbaum «Gumball»)
    kugelförmige Krone bildet sich von selbst aus, Blätter minim kleiner als bei der Art und lange haftend, Herbstfarbe: gelb, orange (nicht so ausgeprägt wie bei anderen Sorten)
    Höhe: ca. 3 – 5 m, Breite: ca. 3 – 4 m, Zuwachs: ca. 5 – 10 cm pro Jahr
    Da der Kugelamberbaum «Gumball» häufig auf einen Stamm veredelt wird, der normalerweise zwischen anderthalb und drei Metern hoch ist, nimmt nur die Krone im Laufe der Zeit an Volumen und Höhe zu. Die Höhe des Stammes und somit der Ansatz der Krone bleibt unverändert.
  • Liquidambar styraciflua «Fame4ever»
    kompakter Wuchs, lockere Krone, Laub eher schmal geschlitzt, besonders spektakuläre Herbstfärbung
    Herbstfarbe: gelb, orange und kräftig rot
    Höhe: ca. 4 – 5 m, Breite: 2 – 4 m, Zuwachs: 10 – 20 cm pro Jahr

Spezielle Wuchsform

Ist der Platz im Garten von der Breite her beschränkt, bietet sich ein Exemplar mit säulenförmigem und schmalem Wuchs an:

  • Liquidambar styraciflua «Slender Silhouette» (Säulen-Amberbaum «Slender Silhouette»)
    schlanker, aufrechter und dichtbuschiger Wuchs
    Herbstfarbe: scharlachrot, violettbraun, gelborange bis weinrot
    Höhe: 5 – 12 m hoch, Breite: 1 – 2 m, Zuwachs: 20 -35 cm pro Jahr

Als Sichtschutz eignen sich speziell zur Spalierform erzogene Amberbäume. Meist wird dazu die Sorte «Worplesdon» gewählt, da diese eine fein verzweigte Struktur hat und der Spalier so schnell schön dicht wird:

  • Liquidambar styraciflua Spalier (Amberbaum Spalier)
    fächerartiger und dichter Wuchs, weitere Eigenschaften je nach verwendeter Sorte, Formerhaltung durch Schnitt
    Herbstfarbe: gelb, orange und rot


Auch Exemplare mit zur Dachform erzogenen Krone sind erhältlich. Sie eignen sich besonders als natürlicher Sonnenschutz oder als Pergola-Ersatz. Hierfür wird meist die Wildform verwendet, da diese recht schnell wächst und rasch ein schönes Dach bildet:

  • Liquidambar styraciflua (Amberbaum Wildform)
    Dachbildung muss durch regelmässigen Schnitt und Aufbinden auf ein Gerüst gefördert werden.
    Herbstfarbe: gelb, orange, feuerrot bis purpur oder schwarz-violett
    Höhe: 8 – 25 m hoch, Breite: 5 – 10 m, Zuwachs: 40 – 60 cm pro Jahr

Was passt zum Liquidambar styraciflua / Amerikanischen Amberbaum?

Am schönsten wirkt der Amberbaum als Solitär im Rasen oder in einem Beet. Dort kann er auch mit niedrigen Stauden umpflanzt werden. Achte bei der Unterpflanzung von bestehenden Gehölzen darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen.

Die Leuchtkraft des Amberbaums im Herbst kommt mit immergrünen Pflanzpartnern besonders gut zur Geltung. Wählst du ein Exemplar mit panaschiertem Laub, kommst du auch im Sommer in den Genuss dieses malerischen Kontrastes.

Auch die Kombination mit Gehölzen, die eine gelbe Herbstfarbe entwickel (z.B. Ginko oder Zaubernuss) wirkt sehr schön mit dem farbigen Laub des Amberbaums. Im Herbst noch blühende Stauden mit gelben, weissen oder violetten Blüten, wie Rudbeckia, Aster, Herbstanemone oder auch die blauen Blüten und das rote Herbstlaub vom Bleiwurz können ebenfalls ein schönes Farbenspiel ergeben.

Hier findest du eine Aufstellung mit geeigneten Stauden und Zwiebeln zur Unterpflanzung von Gehölzen.

Gerne übernehmen wir für dich die Auswahl und Bepflanzung. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

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Amelanchier / Felsenbirne

Amelanchier / Felsenbirne

Lieblingspflanze von Ivo Rechsteiner

Ivo Rechsteiner
(Projektleiter Gartenbau)

Es freut mich sehr, dass die Felsenbirne (bot. Amelanchier) auf der Liste der Lieblingspflanzen meiner Teamkollegen auftaucht! Mit ihrer wunderbaren weissen Blütenpracht im Frühling, der malerischen Herbstfärbung und ihrer Funktion als Bienenweide macht die Felsenbirne es einem aber auch leicht, sich von ihr begeistern zu lassen!

Dass ihre Früchte essbar und je nach Art gar wunderbar aromatisch sind, ist allerdings in Vergessenheit geraten. Dabei standen sie schon vor über 3000 Jahren auf dem Speiseplan von Ureinwohnern in Nordamerika und auch in Europa hat ihr Verzehr lange Tradition. In Kanada werden sie noch heute unter dem Namen Saskatoon als Fruchtgehölz in Plantagen angebaut.

Wer wegen des Namens als Früchte harte Birnen erwartet, liegt ganz falsch. Optisch ähneln Felsenbirnen den Heidelbeeren, gehören aber zu den Apfelfrüchten. Wie bei der Kornelkirsche (Cornus mas) und dem Blüten-Hartriegel (Cornus kousa) sehe ich immer wieder Exemplare, deren Früchte ungenutzt auf Gehwegen oder Strassen verfaulen. Darum erfährst du in diesem Blog nebst vielen interessanten Details zur Pflanze auch, wie du die Früchten der Felsenbirne verwerten kannst.

Heitere Gartengrüsse

Julian

Steckbrief Amelanchier /
Felsenbirne

Grösse: je nach Art / Sorte zwischen 1 – 8 m (max. 10 m)
Wuchs: je nach Art / Sorte zwischen 15 – 60 cm pro Jahr
Wuchsform: anfangs aufrecht, im Alter ausladende Schirmform (Säulenformen und spezielle Sorten bleiben aufrecht)
Stammform: meist mehrstämmig, als Hochstamm erhältlich
Pflanzenart: Gross-Strauch/Kleinbaum
Wurzeltyp: Herzwurzler
Blatt: eiförmig grün, intensive Herbstfarben, Austrieb teilweise kupferfarbig (je nach Art/Sorte)
Blüte: sternförmig weiss, ca. 1 – 2 cm, traubenförmig angeordnet
Blütezeit: April/Mai
Frucht: essbare Apfelfrucht (heidelbeerähnlich in Form und Geschmack), bei den meisten Arten/Sorten sehr schmackhaft
Giftigkeit: ungiftig, essbar
Familie: apfelfrüchtige Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
Insektenfreundlichkeit: Ja, beliebt bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen
Schnittverträglichkeit: mittel
Frosthärte: sehr gut bis ca. -28° C
Standort: sonnig bis halbschattig
Boden: optimal mässig feucht, kalkhaltig, durchlässig (keine Staunässe), nicht zu nährstoffreich
Erde: leicht sauer bevorzugt (ideal 4,5 – 6,5 pH) bis leicht alkalisch
Salzverträglich: nein
Verwendung: Solitär, natürlicher Sonnenschutz, Sichtschutz, Hochstamm, Fruchtgehölz, Säulenobst, Insektenweide, Wildnährpflanze

Erscheinungsbild Amelanchier / Felsenbirne

Ein Blickfang zu jeder Jahreszeit! Ob im Frühling prächtig geschmückt mit seinen weissen Sternblüten, im Sommer behängt mit «gluschtigen» Früchten oder im malerisch herbstlichen Blätterkleid. Die harmonische mehrstämmige Wuchsform der Felsenbirne (bot. Amelanchier) macht sogar einen Rückschnitt überflüssig. Ganz ohne menschliches Zutun entwickelt sie im Alter eine wunderschön ausladende teils leicht überhängende Krone.

Wie eine Wolke aus Blüten wirkt dieses wild wachsende Exemplar im Frühling

Im Frühjahr strahlen die vielen weissen sternförmigen Blüten der Felsenbirne mit der Sonne um die Wette. Traubenförmig angeordnet ziehen sie alle Aufmerksamkeit auf sich, auch die von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Bei den meisten Arten treiben die Blüten vor dem Laub aus. Einige entwickeln aber Laub und Blüte zur gleichen Zeit.

Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich essbare sogenannte Apfelfrüchte, die im Juni/Juli erntereif werden. An einen Apfel erinnert aber lediglich die kleine «Fliege» unten an der Frucht sowie das etwas kernige innere. Die Kerne (etwa 4 bis 10 Stück pro Frucht) sind aber von Form und Konsistenz eher mit denen der Johannisbeere zu vergleichen.

Weisse Sternblüten im Frühling
Reife, schmackhafte Felsenbirnen ab Juni

Mit der rot-violetten bis blau-schwarzen Farbe im reifen Zustand und der Grösse von ca. 1 cm erinnern sie eher an Heidelbeeren. Auch geschmacklich finden sich bei einigen Arten starke Ähnlichkeiten – viele erkennen auch eine Note von Mandeln oder Marzipan darin (die Fruchtkerne enthalten Bittermandelöl). Je nach Art und Sorte sind die Früchte etwas süsser oder herber, saftiger oder mehliger. Hier spielen aber auch Standort, Boden und Wasserversorgung eine Rolle. Man kann sie roh geniessen, zu Confi, Likören oder Desserts verarbeiten oder wie Weinbeeren trocknen. Wegen dieser Eigenschaft wird Amelanchier in Deutschland auch «Rosinenbaum» genannt.

Da die Felsenbirnen unterschiedlich schnell reifen, kann mehrfach geerntet werden. Man muss einfach schneller sein als die Vögel, denn die lieben die gesunden Früchtchen aller Amelanchier-Arten. Welches auch bei den Menschen die beliebtesten Frucht-Sorten sind, erfährst du später noch.

Richtig malerisch präsentiert sich die Felsenbirne dann nochmals im Herbst. Die im Sommer sattgrünen eiförmigen Blätter nehmen wunderschöne Nuancen von gelb, orange und rot an.

Wunderschöne Herbstfarben setzen die Felsenbirne Ende Saison nochmals in Szene

Durch ihren harmonischen mehrstämmigen Wuchs eignet sich die Felsenbirne nicht nur perfekt als Solitär im Rasen oder einem Staudenbeet, sondern auch als natürlicher Sonnenschutz oder zur Schaffung eines lauschigen Plätzchens.

Schattiert den Lieblingsplatz eines Kunden
Mit Beleuchtung auch nachts ein Blickfang

Mit ihren über 25 verschiedenen Arten und zusätzlichen Züchtungen ist sicherlich für jeden Standort etwas Passendes dabei. Mehr zu den Wuchshöhen, Fruchteigenschaften und optischen Besonderheiten der unterschiedlichen Arten / Sorten sowie zur Standortwahl erfährst du später noch.

Ist Amelanchier / Felsenbirne giftig?

Jein. Die Blätter der Felsenbirne enthalten zwar sogenannte Cyanogene Glykoside und auch die Frucht-Kerne enthalten geringe Menge davon (vergleichbar mit Apfel- oder Traubenkernen). Diese Glykoside spalten sich aber nur beim Zerkauen in den Cyanwasserstoff «Blausäure» und Bittermandelöl auf. Da beim Verzehr der Früchte die meisten Kerne unzerkaut verschluckt werden, ist dies völlig unbedenklich. Die Kerne verlassen den Körper unverdaut wieder.

Lediglich eine sehr grosse Mengen zerkauter Samen oder der Verzehr von Blättern kann zu Magenbeschwerden, Übelkeit oder Durchfall führen.

Übrigens: Blausäure erreicht bereits bei 26°C ihren Siedepunkt und entweicht dann in die Luft. Beim erhitzen der Felsenbirnen bleibt somit nur das Bittermandel-(Marzipan-)Aroma zurück.

Essbare Früchte von Amelanchier / Felsenbirne

Kanadische Ureinwohner verwenden die Amelanchier-Früchte schon seit über 3000 Jahren in ihrer Ernährung. Felsenbirnen sind nämlich nicht nur lecker, sie sind sogar richtiger Superfood! Sie haben eine ganze Menge an gesunden Inhaltsstoffen zu bieten.

Nebst Vitamin C enthalten Felsenbirnen unter anderem auch Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Eisen, sowie Ballaststoffe wie Pektin.

Damit haben die Früchte einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, die Haut, wirken entzündungshemmend und fördern einen guten Schlaf.

Du möchtest dir ein Exemplar anschaffen und legst Wert auf besonders schmackhafte und grosse Früchte? Im Abschnitt «Arten und Sorten» weiter unten findest du einige der beliebtesten Felsenbirnen bezüglich Geschmack und Grösse der Früchte. Auch kannst du vor dem Kauf eine Baumschule zur Erntezeit ab Juni besuchen und so Grösse und Geschmack der verschiedenen Sorten überprüfen.

Die Früchte der Felsenbirne schmecken ähnlich wie Heidelbeeren mit einer Mandel- oder gar Marzipannote.

Einmal gepflückt sind die reifen Früchte allerdings leider nicht sehr lange haltbar. Also schnell essen oder weiterverarbeiten! Felsenbirnen sind nicht nur roh ein Genuss als Snack zwischendurch, in Joghurt, Quark oder Müesli. Getrocknet wie Weinbeeren oder einkochst, sind sie natürlich lange haltbar. Aufgrund ihres hohen Pektingehalts geliert die Frucht hervorragend und ist somit perfekt geeignet für Confi, Kompott oder ähnliches. Du kannst sie aber auch in viele weitere leckere Rezepte einbinden. Hier ein paar Vorschläge aus dem Netz:

Rezepte für Felsenbirnen

Felsenbirnen-Confi

Wie bei den meisten Confis finden sich verschiedene Rezepte mit unterschiedlichem Zuckergehalt. Da die Felsenbirnen recht süss sind, würde ich anstelle des weit verbreiteten 1:1 Verhältnisses von Früchten und Zucker auf ein Rezept mit dem Verhältnis von Früchten zu Zucker von 2:1 zurückgreifen (1 kg Früchte : 500 g Zucker). Das hängt aber immer vom persönlichen Geschmack ab, ist aber auch eine Frage der Haltbarkeit. Je höher der Zuckergehalt, desto länger haltbar ist die Confi. Wenn du unsicher bist, wähle erst mal die kleinere Zuckermenge. Ist dir die Confi zu wenig süss, kannst du sie nochmals aufkochen und nachsüssen.

Felsenbirnen haben einen sehr hohen Pektingehalt. Da Pektin das Geliermittel im Gerlierzucker ist, kannst du bei dieser Confi auch ganz normalen Zucker verwenden.

  • 1 kg Felsenbirnen
  • 500g Zucker
  • Optional: Saft von 1 Zitrone

Zubereitung

Mische die Früchte mit dem Zucker (und dem Saft der Zitrone) in einer Pfanne und bringe die Mischung bei starker Hitze zum Kochen bis es kräftig sprudelt.

Dann auf mittlerer Hitze unter Rühren für ca. 10 Minuten weiter kochen.

Nun folgt die Gelierprobe: Lasse dafür einen Löffel Fruchtmasse über einen kalten Teller laufen.

Geliert die Masse, ist die Konfitüre fertig. Wenn nicht, lasse sie weiter kochen und wiederhole die Probe etwas später.

Nun füllst du die Konfitüre in die sauberen Gläser. Verschliesse sie fest und stelle sie für 5 Minuten auf den Kopf.

American Juneberry-Pie

Lege dazu einen Mürbeteig (gekauft oder selbstgemacht) auf einem Kuchenblech aus. Nun bereitest du die Füllung zu, die du dann auf dem Teig gleichmässig verteilst.

Tortenfüllung

  • 1/2 Tasse Zucker
  • 1/4 Tasse Weissmehl
  • 5 Tassen frische Felsenbirnen (Juneberry)
  • 2 Teelöffel fein geriebene Zitronenschale
  • 1/2 TL Muskatnuss

Verrühre Zucker und Mehl in einer großen Schüssel. Füge dann Früchte und Zitronenschale hinzu und schwenke die Masse sanft, bis die Felsenbirnen rundum schön beschichtet sind. Wenn du gefrorene Früchte verwendest, lasse die Mischung etwa 45 Minuten stehen oder bis die Felsenbirnen teilweise aufgetaut, aber noch eisig sind.

Option 1: Streusel-Topping (North Dakota-Style)

  • 1/2 Tasse Weissmehl
  • 1/3 Tasse Zucker
  • 3 Esslöffel Butter
  • 1/3 Tasse grob gehackte Haselnüsse

Vermische mit einem Mixer Mehl und Zucker in einer Schüssel. Gebe den Butter in kleinen Stücken hinzu und rühre weiter, bis die Mischung groben Krümeln ähnelt. Nun mischst du noch die Haselnüsse dazu und verteilst die Streusel gleichmässig auf der Füllung.

Du kannst den Tortenrand optional noch mit Mürbeteig belegen. Damit das Ganze nicht zu dunkel backt, kannst du den Tortenrand mit Folie abdecken.

Option 2: Gitter-Deko

Über die Füllung kannst du mit Mürbeteig noch ein Gittermuster legen. Du kannst auch Formen mit Guetzlistechern machen. Wenn du diese noch mit Eigelb bestreichst, wird es noch schöner.

Backen

Heize den Ofen auf 190° C vor und backe den Juneberry-Pie für ca. 55 – 60 Minuten (oder bis die Füllung sprudelt und die Streusel schön goldbraun sind. Damit der Teig nicht zu dunkel wird, kannst du Folie zum Abdecken verwenden. Diese musst du aber nach ca. 25 Minuten Backzeit entfernen.

Herkunft Amelanchier / Felsenbirne

Das Gehölz gehört innerhalb der Familie der Rosengewächse zu den Apfelfrüchten und wurde 1549 erstmals schriftlich erwähnt. Der botanische Name «Amelanchier» leitet sich vom keltisch-gallischen Wort amelanche ab, was soviel wie «Äpfelchen» bedeutet. Der Name «Felsenbirne» kommt wohl von ihrer Anspruchslosigkeit, dank der sie sogar zwischen Felsen gedeihen kann, sowie der Ähnlichkeit ihrer Blüten mit denen des Birnbaums. Ihre Blüten sind auch der Grund, wieso man sie in Österreich auch als «Edelweiss-Strauch» kennt.

Blüten der Felsenbirne
Blüten des Birnbaums

Aufgrund der Fruchtreife im Juni wird die Felsenbirne in Amerika als «Juneberry» bezeichnet. Schon die amerikanischen Ureinwohner hatten die Früchte auf ihrem Speiseplan und nannten das Gehölz «Saskatoon». Da die getrockneten Früchte an Rosinen erinnern, nennt man Amelanchier in Deutschland auch «Rosinenbaum» oder «Korinthenbaum».

Die gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis oder rotundifolia) hat als einzige der über 25 bekannten Arten sozusagen ihre Wurzeln in Europa und gilt daher als einheimische Art. Hier wächst sie in Höhen bis 2’000 m und ist bestens an die klimatischen Verhältnisse angepasst.

Alle anderen Amelanchier-Arten stammen ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika, einige wenige aus Asien. Im Jahr 1782 fand der Schweizer Botaniker Jakob Friedrich Ehrhart, erstmals die eigentlich in Nordamerika beheimatete Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarkii) auch bei uns vor. Er beschrieb sie daraufhin, ordnete sie aber damals der Gattung der Birnen zu. Zeitweilig wurde sie auch den Mispeln oder Weissdornen zugeordnet. Erst durch die vollständige Aufstellung aller Amelanchier-Arten durch einen deutschen Gelehrten im Jahr 1789 wurde die Kupfer-Felsenbirne in die Familie der Apfelfrüchte aufgenommen. Kurz nach ihrer schriftlichen Erfassung des Schweizer Botanikers wurde sie in vielen Gärten und Parks in Nordwest-Europa angebaut. Da sie dort mit den klimatischen Bedingungen hervorragend zurechtkam, ist sie in vielen Teilen Europas verwildert. Da in ihrer ursprünglichen Heimat die Kälte häufig gegenwärtig ist, verkraftet die Kupfer-Felsenbirne auch harte Wintermonaten problemlos.

Welchen Standort und Boden mag Amelanchier / Felsenbirne?

Als sogenannter «Herzwurzler» kann die Felsenbirne nebst oberflächennahen Wurzeln auch tiefe Pfahlwurzeln schlagen, ganz wie es die Bodenbeschaffenheit zulässt. Ebenso ist sie unempfindlich gegen Wind, Regen, Frost und Hitze. Nach einer Anwachsphase stellt auch vorübergehende Trockenheit kein Problem für die meisten Felsenbirnen dar. Wegen dieser Anspruchslosigkeit und natürlich auch dank ihrer Schönheit, wird sie auch für die Pflanzung im Stadtklima immer beliebter. Dort scheint sie selbst stark abgasbelastete Luft nicht wirklich zu stören. In diesem Fall sollte man aber auf den Verzehr der Früchte sicherheitshalber verzichten.

Die Felsenbirne ist sehr anspruchslos und kann fast überall wachsen. Wie der Name schon verrät, selbst zwischen Felsen. Nur Staunässe verträgt sie gar nicht gut.

Könnte sie aber wählen, würde sie sich für einen sandig-lehmigen und sauren bis leicht alkalischen Boden entscheiden. Bevorzugt sollte er zudem locker und frisch bis leicht feucht sein.

Wenn diese Bedingungen dann noch an einem sonnigen Platz vorhanden sind (Halbschatten geht auch), wäre das der ideale Platz für dieses bezaubernde Gehölz.

Besonders intensive Herbstfarben zeigen Amelanchier lamrackii und Amelanchier ovalis auf trockenen Standorten. Sind dir saftige Früchte und eine ertragreiche Ernte wichtig, solltest du auf ausreichende Feuchtigkeit achten.

Gut zu wissen: Wegen ihres hohen Farbgehalts können herabfallende Früchte Flecken auf Möbeln, Textilien oder hellen Bodenbelägen hinterlassen.

Ist Amelanchier / Felsenbirne als Kübelpflanze geeignet?

Auch wenn du keinen Garten hast, musst du nicht auf die Vorzüge dieses wunderbaren Zier- und Obstgehölzes verzichten. Aufgrund seiner sehr guten Frosthärte und Anpassungsfähigkeit, kannst du Amelanchier auch in einen Kübel pflanzen.

Hier solltest du aber auf eher kleinbleibende Arten/Sorten zurückgreifen (siehe Abschnitt «Arten und Sorten»). Aufgrund seiner Wurzelform als Herzwurzler solltest du ein sehr grosszügiges Gefäss wählen. Schon bei der kleinsten Sorte muss dieses ein Volumen von mindestens 30l haben! Flache und schmale Gefäss-Designs sind nicht empfehlenswert. Ebenso solltest du beim Kauf darauf achten, dass überschüssiges Wasser gut aus dem Gefäss abfliessen kann. Lass dich am besten beraten.

Staunässe
vermeiden!

Weil die Erde in Gefässen schneller austrocknet als im Freiland, musst du hier besonders gut auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Ich empfehle dir darum ein Substrat, das Wasser gut speichern kann. Auch eine gut eingestellte automatische Bewässerungsanlage kann dir hier wertvolle Dienste leisten. Da alle Amelanchier-Arten kalkhaltige Böden mögen, ist auch Kalk im Leitungswasser kein Problem.

Wie gross wird Amelanchier / Felsenbirne?

Dieses Exemplar konnte sich in freier Wildbahn ungehindert entfalten

Je nach Art erreicht ein Amelanchier Höhen von 1 bis ca. 6 Metern (selten bis 8 oder 10 Meter) und einer fast ebensolchen Breite aufgrund seiner im Alter ausladenden Kronenform. Darum wird er als Grossstrauch oder Kleinbaum bezeichnet. Es gibt aber auch kleinbleibende Arten und Sorten. Mehr dazu weiter unten.

Kann man Amelanchier / Felsenbirne klein halten?

Die charakteristische Schirm-Form entwickelt sich am schönsten ganz ohne Schnittmassnahmen. Da die Felsenbirne aus dem alten Holz nicht gut wieder austreibt, kann der falsche Schnitt das Gehölz sogar für Jahre entstellen.

Du hast nur wenig Platz zur Verfügung, möchtest dein Heim aber trotzdem mit einer Felsenbirne bereichern? Dann wähle lieber gleich von Anfang an eine eher kleinbleibende Art oder ein Säulen-Exemplar aus (weiter unten mehr zu den Arten und Sorten).

Amelanchier / Felsenbirne schneiden

Wenn du vor der Pflanzung schon eine Art oder Sorte mit passender Wuchshöhe gewählt hast, kannst du dir den Aufwand fürs Schneiden eigentlich sparen und dich zurücklehnen und geniessen. Alle Amelanchier-Arten tragen nämlich am alten Holz ebensoviele Blüten wie am Jungholz und auch die harmonische Wuchsform entwickelt sich für gewöhnlich ganz von alleine.

Du besitzt bereits ein Exemplar, welches zu gross geworden ist? Oder die Äste deiner Felsenbirne sind beschädigte oder stehen zu dicht und reiben sich? Dann wendest du am besten einen Auslichtungs-Schnitt an. Da die Krone mit den Jahren ziemlich dicht werden kann, ist das Auslichten teilweise auch bei alten Exemplaren sinnvoll.

Wie schneiden

Bei einem Auslichtungs-Schnitt entfernst du mit einem scharfen und sauberen Werkzeug die ältesten und dicksten Stämme/Äste, resp. beschädigte oder zu dicht stehende direkt an der Verzweigung (also auf Astring). Es sollten keine Äste aneinander reiben. Auch sollte sich die Krone nach aussen öffnen, also möglichst keine Äste nach innen stehen. Auf keinen Fall solltest du immer wieder nur die obersten Äste schneiden. Das schadet der Wuchsform. Auch Teilrückschnitte bis ins alte Holz sind nicht zu empfehlen. Da der Amelanchier aus dem alten Holz nur schwer wieder austreibt, ist ein falsch gesetzter unschöner Schnitt teilweise Jahre zu sehen.

Wann schneiden

Wähle dazu einen bedeckten und nicht zu heissen Tag nach der Blüte aus. Dann ist die Felsenbirne in ihrer Wachstumsphase und die Schnittwunden heilen schneller. Dies beugt der Infektion mit Pilzkrankheiten vor und du kommst auch noch in den Genuss der weissen Pracht.

Gerne können wir diese Arbeiten für dich ausführen. So kannst du deine Felsenbirne einfach ganz entspannt geniessen. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Arten und Sorten von Amelanchier / Felsenbirne

Die Familie der Amelanchier umfasst eine Vielzahl von Arten und Sorten. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Wuchsform, Wuchshöhe, Farbe des Austriebs, Blütenform sowie Fruchtgrösse und -geschmack teilweise erheblich.

Kontrastreich: einige Arten/Sorten bilden die weissen Blüten gleichzeitig mit dem kupferfarbenen Blatt-Austrieb

Bei einer Kaufabsicht lohnt sich daher oft der Besuch einer Baumschule zur Zeit von Blüte, Fruchtreife oder Herbstfärbung. So kann man sich gleich vor Ort ein Bild machen oder eine Geschmacksprobe bei verschiedenen Sorten vornehmen.

Auch solltest du unbedingt vor dem Kauf bestimmen, wieviel Platz das Gehölz maximal einnehmen darf und dich dann mit den Wuchshöhen der verschiedenen Arten/Sorten auseinandersetzen. Ständiges Zurückschneiden von zu gross gewählten Exemplaren ist aufwändig und zerstört oft die natürlich schöne Wuchsform. Lass dich im Zweifelsfall bei der Auswahl beraten oder besuche eine Baumschule. Hier habe ich dir schon mal eine kleine Übersicht zusammengestellt.

Niedrige Wuchshöhe

Bei geringem Platzbedarf im Garten oder für die Pflanzung im Kübel kann eine dieser Sorten die richtige Wahl sein. Lies dazu auch die Infos im Abschnitt «Ist Amelanchier als Kübelpflanze geeignet?» Zudem sind kleiner bleibende Exemplare auch leichter abzuernten.

  • Amelanchier ovalis «Helvetia» (Zwerg-Felsenbirne «Helvetia»)
    einheimisch, dichter kompakter Wuchs, Früchte schmackhafter als bei der ursprünglichen Art (Amelanchier ovalis)
    Austrieb: weisslich behaart, Herbstfarbe: gelb, orangerot
    Höhe: ca. 1 – 2 m, Breite: 1 – 2 m, Zuwachs: ca. 20 cm pro Jahr
  • Amelanchier alnifolia «Martin» (Erlenblättrige Felsenbirne, Saskatoon-Beere «Martin»)
    eher breiter Wuchs, besonders ertragreich, frühreife grosse, saftige und süsse Früchte, gedeiht auch im Pflanzkübel gut (ab 30 l)
    Austrieb: weisslich behaart, Herbstfarbe: gelb bis orange
    Höhe: ca. 1 – 2 m, Breite: ca. 1,5 m, Zuwachs: 20 – 50 cm pro Jahr
  • Amelanchier lamarckii «Prince William» (Kupfer-Felsenbirne «Prince William»)
    reiche Blüte, bis 1,5 cm grosse Früchte, geschmacklich fast wie Heidelbeeren, hoher Ertrag, sehr schöne Herbstfärbung
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: orange, rot
    Höhe: ca. 1,5 – 2,5 m, Breite: 1,5 – 2 m, Zuwachs: 8 – 20 cm pro Jahr
  • Amelanchier spicata (Ährige Felsenbirne)
    eher aufrechter Wuchs, Laub und Blüte entfalten sich gleichzeitig, Früchte nicht sehr schmackhaft, sehr trockenheitsverträglich
    Austrieb: weisslich behaart, Herbstfarbe: gelb, braunrot
    Höhe: ca. 1,5 – 3 m, Breite: 1,5 – 2 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr
  • Amelanchier ovalis oder rotundifolia (Gewöhnliche Felsenbirne)
    einheimisch, reiche Blüte, Früchte etwas mehlig und eher kleiner und weniger süss als bei Züchtungen
    Austrieb: weisslich, behaart, Herbstfarbe: gelb, orangerot
    Höhe: ca. 1,8 – 3,5 m, Breite: 2 – 3, Zuwachs: 15 – 40 cm pro Jahr

Säulenformen

Ist der Platz im Garten von der Breite her beschränkt, bieten sich Felsenbirnen mit säulenartigem Wuchs an:

  • Amelanchier lamarckii «Rainbow Pillar» (Säulen-Felsenbirne «Rainbow Pillar»)
    schlanker Wuchs, schmackhafte Früchte
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: gelb, orange, rot
    Höhe: 3 – 5 m hoch, Breite: 1,3 – 1,7 m, Zuwachs: 15 -35 cm pro Jahr
  • Amelanchier alnifolia «Saskalate» (Säulen-Felsenbirne «Saskalate»)
    schlanker Wuchs, reichblühend; grosse, saftige und schmackhafte Früchte, späte Reife (Juli)
    Austrieb: kupfer, Herstfarbe: gelb-rot
    Höhe: 3 – 4 m, Breite: bis 2 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr
  • Amelanchier alnifolia «Obelisk» (Säulen-Felsenbirne «Obelisk»)
    schlanker und aufrechter Wuchs, ertragreich, saftig-süsse Früchte
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: gelb-rot
    Höhe: ca. 3 – 5 m, Breite: 1 – 2 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr

Beliebte Fruchtsorten

Generell sind die mittlerweile vielen Züchtungen von Amelanchier alnifolia (Erlenbrlättrige Felsenbirne, Saskatoon-Beere) sehr beliebte Fruchtsorten, die in Kanada auch erwerbsmässig angebaut werden. Aber auch andere Arten bringen sehr schmackhafte Früchte hervor. So haben es Vögel scheinbar ganz besonders auf die der Sorte «Ballerina» abgesehen, obwohl sie auch die Früchte aller anderen Felsenbirnen lieben.

Hier findest du eine kleine Auslese von Sorten, deren Früchte als besonders schmackhaft gelten:

  • Amelanchier alnifolia «Martin» (Erlenblättrige Felsenbirne, Saskatoon-Beere «Martin»)
    eher breiter Wuchs, besonders ertragreich und frühreif, trägt grosse, saftige und süsse Früchte,
    Austrieb: weisslich behaart, Herbstfarbe: gelborange
    Höhe: ca. 1 – 2 m, Breite: ca. 1,5 m, Zuwachs: 20 – 50 cm pro Jahr
  • Amelanchier lamarckii «Prince William» (Felsenbirne «Prince William»)
    reiche Blüte, bis 1,5 cm grosse Früchte, geschmacklich fast wie Heidelbeeren, hoher Ertrag, sehr schöne Herbstfärbung
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: orange, rot
    Höhe: ca. 1,5 – 2,5 m, Breite: 1,5 – 2 m, Zuwachs: 8 – 20 cm
  • Amelanchier laevis «Ballerina» (Kahle Felsenbirne «Ballerina»)
    schöner Wuchs, üppige und grosse Blüten, Blüte und Austrieb gleichzeitig, eine der beliebtesten Fruchtsorten, reichtragend
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: purpurrot
    Höhe: ca. 3 – 6 m, Breite: 3 – 5 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr

Schönste Sorten

Schönheit ist immer auch Geschmackssache. Hier haben wir einige Sorten zusammengetragen, die als besonders schön gelten. Sorten von Amelanchier laevis und Amelanchier lamarckii zum Beispiel werden oft als schönste ihrer Art erwähnt. Nebst einem schönen Wuchs bestechen sie durch einen kupferfarbenen Blattaustrieb sowie besonders schönen Herbstfarben.

  • Amelanchier laevis «Ballerina» (Kahle Felsenbirne, Hängende Felsenbirne «Ballerina»)
    schöner Wuchs, üppige und grosse Blüten, Blüte und Austrieb gleichzeitig, eine der beliebtesten Fruchtsorten, reichtragend
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: purpurrot
    Höhe: ca. 3 – 6 m, Breite: 3 – 5 m, Zuwachs: 20 – 40 cm pro Jahr
  • Amelanchier laevis «Snowflake» (Kahle Felsenbirne, Hängende Felsenbirne «Snoflake»)
    locker verzweigter Wuchs, üppige Blüte mit bis zu 12 cm lange Blütentrauben, schmackhafte süss-saftige und grosse Früchte
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: orangerot
    Höhe: ca. 4 – 6 m, Breite: 3 – 4 m, Zuwachs: 15 – 20 cm pro Jahr
  • Amelanchier lamarckii «Prince William» (Felsenbirne «Prince William»)
    reiche Blüte, bis 1,5 cm grosse Früchte, geschmacklich fast wie Heidelbeeren, hoher Ertrag, sehr schöne Herbstfärbung
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: orange, rot
    Höhe: ca. 1,5 – 2,5 m, Breite: 1,5 – 2 m, Zuwachs: 8 – 20 cm
  • Amelanchier arborea «Robin Hill» (Baum-Felsenbirne «Robin Hill)
    schmaler Wuchs, kleinkronig, rosa Blütenknospen, weiss-rosé Blüten, angenehmer Duft, Früchte nicht sehr schmackhaft
    Austrieb: weisslich, Herbstfarbe: gelb, orange, rot
    Höhe: ca. 6 – 8 m, Breite: 2 – 5 m, Zuwachs: 40 – 80 cm im Jahr

Hochstämme

Zu Hochstämmen erzogene Amelanchier gibt es von einigen Arten. Hier musst du beachten, dass nicht alle angebotenen Pflanzen «wurzelecht» sind und auf andere Arten, wie z.B. Vogelbeere, veredelt wurden. Diese sogenannten «Stammbildner» können stärker wachsen als Amelanchier-Arten und auch Ausläufer treiben.

  • Amelanchier arborea «Robin Hill» (Baum-Felsenbirne «Robin Hill)
    zu Hochstamm erzogen, kleinkronig, rosa Blütenknospen, weiss-rosé Blüten, angenehmer Duft, Früchte nicht sehr schmackhaft
    Austrieb: weisslich, Herbstfarbe: gelb, orange, rot
    Höhe: ca. 6 – 8 m, Breite: 2 – 5 m, Zuwachs: 40 – 80 cm im Jahr
  • Amelanchier lamarckii (Kupfer-Felsenbirne Hochstamm)
    zu Hochstamm erzogen, von Natur aus mehrstämmig, hoher Zierwert, schmackhafte Früchte
    Austrieb: kupfer, Herbstfarbe: orange, rot
    Höhe: ca. 6 – 8 m, Breite: 4 – 8 m, Zuwachs: 30 – 60 cm

Was passt zu Amelanchier / Felsenbirne?

Er sieht nicht nur als Solitär im Rasen super aus. Ein Amelanchier kann auch Teil einer Blütenhecke sein oder im Beet mit niedrigen Stauden umpflanzt werden. Hier solltest du dir aber zuerst überlegen, ob du denn jeweils die Früchte ernten möchtest. Wenn ja, sollte das Gehölz zur Erntezeit gut zugänglich sein. Es wäre schade, wenn du immer in den schönen Blumen herumtrampeln müsstets… Gegen Frühlingsblüher sollte hier aber nichts einzuwenden sein. Blaue Blüten passen übrigens ganz besonders gut zu den weissen des Amelanchier. Achte bei der Unterpflanzung von bestehenden Gehölzen darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen.

Hier findest du eine Aufstellung mit geeigneten Stauden und Zwiebeln zur Unterpflanzung von Gehölzen.

Gerne übernehmen wir für dich die Auswahl und Bepflanzung. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Ist Amelanchier / Felsenbirne für Allergiker geeignet?

Gewusst? Je auffälliger die Blüten einer Pflanze, umso allergieärmer sind sie.

Auffällige Blüten werden von Bienen angeflogen und haben daher sehr klebrige Pollen, die nicht so leicht verwehen. Unauffällige Blüten sind meist auf Windbestäubung angewiesen und haben daher ein viel höheres Allergiepotential.

Die Blüten des Amelanchier werden durch Insekten bestäubt und sollten daher kein Risiko für Allergiker darstellen.

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Helleborus / Nieswurz

Helleborus / Nieswurz

Lieblingspflanze von Anita Egli

Anita Egli
(Administration, Werbung)

Unwirklichen Bedingungen zu trotzen und aufzublühen, wenn sich alle Anderen ausruhen. Diese Eigenschaften beeindrucken Anita Egli wohl am meisten an der Helleborus. Auch schätzt sie die schlichte Blütenform und den schönen Kontrast zum dunkel glänzenden Laub.

Willst auch du dich diesen Winter an ihrer standhaften Schönheit erfreuen? In diesem Beitrag erfährst du, was es betreffend Kauf, Standort und Pflege zu beachten gibt.

Heitere Gartengrüsse

Julian

Was ist denn nun bitteschön eigentlich der Unterschied zwischen Christrosen und Schneerosen oder ist das etwa das Gleiche wie Lenzrosen? Die Helleborus-Familie mit ihren über 20 Arten und einer immer grösser werdenden Anzahl Artkreuzungen ist sehr vielseitig und, ehrlich gesagt, auch ziemlich verwirrend. Nach diesem Beitrag hast du hoffentlich einen etwas besseren Durchblick, denn ich werde dir eine Selektion der beliebtesten Arten genauer beschreiben. Einige bei Kreuzungen wichtige Arten werde ich für das bessere Verständnis einfach am Rande erwähnen.

Steckbrief Helleborus / Nieswurz

Pflanzenart: immergrüne (wintergrüne) Staude
Wurzeltyp: Tiefwurzler
Blatt: gefiedert handförmig, ledrig, meist gezahnt
Blütenform: meist 5-blättrig geometrisch, hängend bis glockig
Frucht: Balgfrucht
Giftigkeit: sehr giftig, Vergiftungsfälle sind sehr selten
Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
Insektenfreundlichkeit: Ja, beliebt bei Bienen
Standort: halbschattig bis schattig, im Sommer Schutz vor Mittagssonne
Boden: mässig feucht bis feucht, durchlässig (keine Staunässe!)
Erde: sandig bis lehmig, alkalisch bis neutral, nährstoffreich, kalkhaltig (v.a. H. niger)
Verwendung: Pflanzgefässe, Unterpflanzung, Rabatten, Insektenweide, Schnittblume, H. niger: Bodendecker

Stammbildende Arten

Grösse: bis 120 cm
Blütenfarbe: grünlich bis grün-rötlich
Blütezeit: je nach Sorte zwischen Dezember und Mai
Frosthärte: recht gut

Stammlose Arten

Grösse: 20 – 40 cm (Helleborus niger: 10 – 25 cm)
Blütenfarbe:
weiss, grünlich, rötlich
Blütezeit:
je nach Sorte zwischen November und April
Frosthärte: sehr gut (bis -38°C)

Erscheinungsbild Helleborus / Nieswurz

Schon allein das immergrüne Laub der Helleborus-Arten ist sehr dekorativ. Handförmig angeordnet sitzen gefiederte, ledrige und meist gezahnte Einzelblätter an einem Stiel. Trotz der Giftigkeit aller Pflanzenteile macht sie sich so richtig beliebt mit ihren atemberaubenden Blüten, in einer für Blumen sehr ungewöhnlichen Jahreszeit. Je nach Art blühen sie nämlich zwischen November und Mai. Ihre Fähigkeit, trotz Eiseskälte und Schnee zu blühen, verdanken sie einem ausgeklügelten Frostschutz-Mechanismus – dazu später noch mehr. Weiter unten erfährst du, welche Arten wann blühen und welche Blütenfarben und Wuchsformen sie haben. Je länger sie am gleichen Standort bleiben können, umso schöner werden sie. Die Helleborus zieht nämlich nicht gerne um.

Gewusst?
Die Blütenblätter der Helleborus sind genau genommen nur vergrösserte farbige Kelchblätter.

Die eigentlichen Blütenblätter haben sich im Laufe der Zeit zu Nektargefässen umgebildet. Sehr zur Freude der Bienen, die sich ganz gierig auf die in dieser Jahreszeit äusserst seltene Nektarquelle stürzen.

Da die schmückenden Blütenblätter der Helleborus also gar keine sind, fallen sie nach der Blüte auch nicht ab. Nach der Befruchtung vergrünen oder verblassen sie lediglich etwas (je nach Art und Sorte). Dennoch sind sie immer noch sehr dekorativ und erwecken gemeinsam mit den frischen Blüten den Eindruck einer opulenten Blütenfülle.

Grob definiert werden die Hellebori in folgende Arten unterteilt: stammbildende, stammlose und Kreuzungen dieser Arten. Die Helleborus niger bildet streng genommen eine eigene Art. Sie bildet zwar keinen verholzenden Blütenstiel, jedoch unterscheidet sie sich in den sonstigen Merkmalen von den stammlosen Arten.

Das Helleborus-Sortiment ist im Handel meist nur in der Vorweihnachtszeit erhältlich, resp. dann sicherlich am grössten. Angeboten werden nebst der sehr beliebten Christrose vor allem die Artkreuzungen, wie Schneerosen und Lenzrosen.

Impressionen aus unserem Blumenladen

Die Engel bestaunen die üppig mit Helleborus gefüllte Vase

Ob kunstvoll ausgeschmückt im kleinen Topf, als clevere Pflanzenkombination, Solitär im Grosstopf oder einfach als äusserst haltbare Schnittblumen – während der Winterzeit ist unser Blumenladen reich gefüllt mit dieser winterlichen Schönheit. Komm vorbei und lass dich inspirieren!

Herkunft und Vorkommen Helleborus / Nieswurz

Die Christrose (Helleborus niger) ist eine der ältesten bekannten Kulturpflanzen. Ihren Ursprung hat sie in Südostasien. Vermutlich sind verschiedene Nieswurz-Arten nach der letzten Eiszeit (also vor rund 20’000 Jahren) entlang der Ufer des Urmittelmeeres nach Europa eingewandert. Dort wurden sie vorerst in Klostergärten kultiviert und gelangten später in die Bauerngärten. Auf unserem Kontinent wächst die Christrose im südlichen Mittel- und Südeuropa sowie in den südlichen und östlichen Kalkalpen, in Wäldern und Gebüschen. Sie kommt bis in einer Höhenlage von 1900 Metern vor und ist in der Schweiz wildwachsend nur an wenigen Standorten im Tessin zu finden.

Woher kommt der Name Helleborus / Nieswurz

Der Name Helleborus setzt sich aus den griechischen Worten «hellein» (töten) und «bora» (Speise) zusammen.

Da das Pulver aus getrockneten Wurzeln der Helleborus einen starken Niesreiz hervorruft, wurde es früher als Niespulver verwendet. Dies galt als heilsam bei Geisteskrankheiten und Epilepsie.

Ist Helleborus / Nieswurz giftig?

Durch Inhaltsstoffe wie Helleborin und Hellebrin sind alle Pflanzenteile giftig. Bereits der Pflanzensaft kann Hautreizungen hervorrufen. Da sich die höchste Konzentration aber im Wurzelstock befindet, sind kaum Vergiftungsfälle bei Kindern und Haustieren bekannt.

Es wird erzählt, dass das Gift aus den Wurzeln der Helleborus in altertümlichen Kriegen dazu genutzt wurde, um den Gegner ausser Gefecht zu setzen. Wird das Gift nicht in tödlicher Konzentration eingenommen, so ruft es doch mindestens Durchfall und Erbrechen hervor.

Trotzdem (und teilweise auch gerade wegen ihrer abführenden Wirkung) wurde die Pflanze bereits in der Antike als Heilmittel für allerlei Krankheiten genutzt (siehe Abschnitt Medizin). Jedoch rieten bereits die Kräuterbücher des 16. und 17. Jahrhunderts zu einer vorsichtigen Anwendung.

Aufgrund der Giftigkeit ist Helleborus heute nur noch in homöopatischen Verdünnungen als Arznei gestattet – ganz nach dem Motto «die Menge macht das Gift».

Wieso erfrieren Helleborus-Blüten eigentlich nicht?

Trotz eisiger Temperaturen öffnet diese erstaunliche Pflanze in den Wintermonaten immer und immer wieder ihre grossen Blüten. Doch wie ist das möglich?

Ein raffinierter
Frostschutz-
Mechanismus
ist die
Lösung!

Bei starken Minustemperaturen entzieht die Pflanze den Zellen Wasser, wodurch die Salzkonzentration in den Zellen erhöht wird. Das Restwasser in den Zellen gefriert dadurch nicht. Blätter und Blüten sehen dadurch zwar kurzzeitig erfroren aus – steigen die Temperaturen aber wieder an, füllt die Pflanze ihre Zellen wieder mit Wasser, der Zelldruck steigt und sie richtet Blüten und Blätter wieder auf.

Die bekanntesten Arten von Helleborus / Nieswurz

Die bekannteste Vertreterin der Helleborus-Familie ist wohl die Christrose (Helleborus niger). Sie trägt bereits in der (Vor-) Weihnachtszeit weisse Blüten und ist daher ein traditioneller und äusserst beliebter Vorbote von Weihnachten.

Christrose (Helleborus niger)

Ebenfalls sehr beliebt sind die Lenzrosen (Helleborus x hybridus). Die oft verwendete Bezeichnung «Helleborus orientalis» ist eigentlich falsch – wieso erfährst du weiter unten in der detaillierten Artenbeschreibung. Im Gegensatz zu Christrosen bezaubern sie auch mit bunten Blütenfarben. Sie blühen aber erst ab Januar bis in den Frühling. Daher kommt auch ihr Name, denn Lenz ist ein altes Wort für Frühling.

Lenzrose (Helleborus x hybridus)

Bis vor kurzem war die Christrose (Helleborus niger) die einzige Art, die schon in der (Vor-) Weihnachtszeit blühte. Durch Kreuzung der Christrose mit mediterranen Verwandten gibt es aber seit einiger Zeit auch noch sogenannte Schneerosen. Diese blühen teilweise ebenfalls bereits ab November bis März, trumpfen aber zusätzlich noch mit cremegrünen oder zartrosa Blüten auf.

Schneerose

Durch die Einkreuzung einer weiteren Art entstand die Unterart Schneerose «Ice N Roses». Diese bringt nebst noch längerer Blühdauer (bis April) auch Sorten mit intensiv rosafarbenen bis weinroten und auch zweifarbigen Blüten mit. Für mich als Liebhaber von farbigen Blumen ist das eine wunderbare Nachricht!

Mir persönlich gefällt auch die Kreuzung Helleborus x lemperii (Kreuzung aus Christrose und Lenzrose) besonders gut, da sie vom Aussehen und der Blühzeit her sehr der Christrose ähnelt, jedoch die intensiven Blütenfarben der Lenzrose mitbringt.

Auch wenn ihr Name vielleicht etwas abschreckt, möchte ich hier doch die Stinkende Nieswurz noch erwähnen. Ihr schönes langfingriges Laub stinkt nämlich nur, wenn es beschädigt wird. Lässt man sie an ihrem Platz in Ruhe, ist sie mit ihren hellgrünen filigranen Glockenblumen ein wunderbarer Hingucker für halbschattige Plätze und überzeugt mit einer enorm langen Blühdauer von Januar bis Mai.

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)

Einkaufsratgeber nach Blühzeit und Farbe

Wenn du verschiedene Helleborus-Arten geschickt im Garten verteilst, kannst du dich vom Spätherbst bis weit in den Frühling an ihrer Blütenpracht erfreuen. Wenn du sie als Winterdeko auf Terrasse und Balkon verwendest, kannst du sie im Frühling problemlos in den Garten auspflanzen.

Um dir die Auswahl etwas zu erleichtern, habe ich dir hier einige schöne Helleborus-Exemplare nach Blütezeit und Farbe sortiert:

Blütezeit ab Oktober:

  • Christrose «Diva», sehr grosse weisse Blüten

Blütezeit ab November:

  • Christrose «Praecox», weisse Blüten bis Feb.
  • Christrose «Jesko», weisse Blüten bis Jan.
  • Schneerose «Marlon», grünweisse Blüten bis Feb.
    (im Abblühen grün/aubergine)
  • SR Ice N› Roses «Early Rose», rosa Blüten bis April
  • SR Ice N› Roses «Early Red», weinrote Blüten bis April
  • Helleborus x lemperii «Linda», creme-gelbe Blüten bis März
  • Helleborus x lemperii «Lenia», pinke Blüten bis März
  • Helleborus x lemperii «Leila», bordeauxrote Blüten bis März
    (im Abblühen tief dunkelrot)

Blütezeit ab Dezember:

  • Christrose «Wintergold», grosse füllige weisse Blüten bis März
    (sehr viele gold-gelbe Staubblätter, sehr blühfreudig)
  • Christrose «Joel», grosse weisse Blüten, reichblühend bis März
    (im Abblühen zart rosa)
  • Schneerose «Snow Dance», viele weisse Blüten bis März
  • Schneerose «Camelot», cremeweisse Blüten bis März
    (im Abblühen kupferfarben, rote Blütenstiele)
  • Schneerose «Shooting Star», zartrosa Blüten bis März
  • SR Ice N› Roses «Red», dunkelpinke Blüten bis April
  • Lenzrose «Elly», dunkelrosa gesprenkelte Blüten bis April

Blütezeit ab Januar:

  • Schneerose «Frosty», sehr grosse weisse Blüten bis März
  • SR Ice N› Roses «Carlotta», 2-farbige Blüten (creme/pink) bis April
  • Lenzrose «Grace», weissgrünlich gefüllte Blüten bis April
  • Lenzrose «Conny», weisse Blüten bordeaux getupft bis April
  • Lenzrose «Abby», gelbe gefüllte Blüten mit bordeaux bis April
  • Stinkende Nieswurz, hellgrüne Glockenblüten bis Mai

Blütezeit ab Februar:

  • Schneerose «Pink Frost», grosse rosa Blüten bis April
    (im Abblühen dunkelrosa)
  • Schneerose «Merlin», creme-rosa Blüten bis April
    (marmoriertes Laub)

Neugierige finden im Abschnitt «Artenbeschreibung Helleborus / Nieswurz» noch detailliertere Infos und Unterscheidungsmerkmale.

Was passt zu Helleborus / Nieswurz?

Wenn du schon beim Einkaufen bist, kannst du dir auch gleich noch passende Begleiter für deine Helleborus anschaffen. Für Töpfe und kleinere Ergänzungen im Garten passen diese Pflanzen wunderbar. Sie haben ähnliche Bedürfnisse und harmonieren auch optisch schön mit Helleborus.

  • Kleinere Nadelgehölze (z.B. Zuckerfichten, Lebensbaum, Zwergwachholder, Kugelkiefer)
  • Immergrüne Kleinsträucher
  • Gräser (z.B. Blauschwingel, Schlangenbart, Seggen)
  • Winterharte Blattschmuckpflanzen (Heuchera, Lungenkraut, Kaukasus Vergissmeinnicht)
  • Immergrüne Stauden (Strauchveronika, Bergenie, Blütenskimmie)
  • Beerenpflanzen (z.B. Scheinbeere, Topfmyrthe)
  • Knospenheide
  • Stacheldrahtpflanze
  • Zwiebelblumen

Bei Neuanlagen von Beeten können wir gerne die Auswahl und Bepflanzung für dich übernehmen. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Pflege von Helleborus / Nieswurz

Die Helleborus ist eine pflegeleichte Staude. Pflanzen im Kübel sollten im Sommer an einen schattigen Ort umziehen. Im Winter musst du darauf achten, vor allem Kübel-Pflanzen an frostfreien Tagen zu giessen, damit sie nicht vertrocknen. Im Freiland sollte das kein grosses Problem darstellen.

Pflanzen ab dem 2. Standjahr werden ab Februar gedüngt. Eine zweite Düngergabe folgt im Hochsommer, da die Pflanzen jetzt neue Wurzeln bilden und Blütenknospen für die nächste Saison anlegen. Bewährt haben sich organische Dünger wie Hornspäne und Kompost.

Bei Kalkmangel bilden Helleborus viel Laub aber kaum Blüten. Da kannst du nachhelfen, indem du den Boden mit Dolomitkalk oder zerkleinerten Eierschalen verbesserst. 

Im späten Frühling sollte man verwelkte Blüten abschneiden. Vor der Blüte können vor allem bei Lenzrosen die alten Blätter entfernt werden. Mehr dazu erfährst du unter «Helleborus / Nieswurz schneiden».

Helleborus / Nieswurz in der Medizin

Bereits in der Antike galt Helleborus als Mittel gegen Geisteskrankheit und Epilepsie. Man glaubte damals, dass man durch das Niesen, was durch die zu Pulver zerriebene Helleborus hervorgerufen wird, diese Krankheiten loswerden konnte.

Bereits Hippokrates verabreichte Helleborus als abführendes und harntreibendes Mittel. Auch Paracelsus und Hildegard von Bingen sollen Helleborus häufig eingesetzt haben.

Aufgrund der Giftigkeit aller Pflanzenteile war die Behandlung mit Helleborus aber nicht ungefährlich und endete nicht selten unschön.

Helleborus wird heute nur noch in homöopathischer Verdünnung in der Medizin eingesetzt, womit keine Toxizität mehr vorhanden ist.

Helleborus soll bei Erkrankungen des Gehirns und der Nerven helfen. So zum Beispiel bei Hirnhautentzündung (Meningitis), Demenz oder bei neurologischen Symptomen nach Kopfverletzungen. Er wird aber auch bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Harntraktes eingesetzt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Potenzial der Christrose für die komplementäre Krebstherapie erforscht. In allen Teilen der Christrose – Blüten, Blätter, Stängel und Rhizom (Wurzel) – befinden sich pharmakologisch aktive Substanzen. Anhand von präklinischen und klinischen Untersuchungen konnten vielversprechende pharmakologische Effekte dieser Substanzen nachgewiesen werden.

Welchen Standort/Boden mag Helleborus / Nieswurz?

Alle Helleborus-Arten bevorzugen einen halbschattigen Standort, dieser findet sich leicht unter laubabwerfenden Gehölzen. Sie lassen im Winter ausreichend Licht zur Pflanze und schützen sie im Sommer vor der starken Mittagssonne. Die Schneerosen sind etwas toleranter in Bezug auf sonnige Standorte.

Vor allem die Helleborus niger, aber auch die anderen Arten brauchen einen kalkhaltigen, leicht lehmigen und nährstoffreichen Boden. Er sollte zudem leicht feucht bis feucht sein und einen guten Wasserabzug haben. Staunässe verträgt die Helleborus nämlich gar nicht gut.

Helleborus kann auch hervorragend im Topf gehalten werden. Da sie eine tief wurzelnde Pflanze ist, sollte der Topf aber genügend hoch sein, wenn die Pflanze über mehrere Jahre in diesem bleiben soll.

Weil die Erde in Gefässen schneller austrocknet als im Freiland, musst du hier besonders gut auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Ich empfehle dir darum ein Substrat, das Wasser gut speichern kann. Da alle Helleborus-Arten gerne in kalkhaltigen Böden wachsen, ist Leitungswasser kein Problem.

Helleborus / Nieswurz schneiden

Hier scheiden sich die Experten-Geister. Soll das alte Laub vor der Blüte entfernt werden oder nicht?

Vorteil: Die Blüten kommen besser zur Geltung, der Schwarzfleckenkrankheit wird vorgebeugt.

Nachteil: Man nimmt der Pflanze den Schutz und eine Nährstoffquelle.

Entscheidest du dich für einen Schnitt, solltest du damit bis Anfang März warten, wenn die stärksten Fröste vorbei sind. Ich persönlich würde nur beschädigte und kranke Blätter entfernen. Hat es solche, die stark aus der Reihe tanzen oder beim Aufblühen viele Blüten verdecken, kann man da ja noch das eine oder andere Blatt wegschneiden.

Helleborus für die Vase

Als Schnittblume halten sich die meisten Christrosen, Schneerosen und Lenzrosen gut eine Woche in der Vase, wenn sie nicht allzu warm stehen. So kannst du dir im Winter frische Blüten aus dem eigenen Garten ins Haus holen.

Die Haltbarkeit kann verlängert werden, indem man die Stiele täglich anschneidet und das Wasser wechselt. Auf keine Fall Frischhaltemittel ins Wasser geben!

Ist Helleborus / Nieswurz für Allergiker geeignet?

Gewusst? Je auffälliger die Blüten einer Pflanze, umso allergieärmer sind sie.

Auffällige Blüten werden von Bienen angeflogen und haben daher sehr klebrige Pollen, die nicht so leicht verwehen. Unauffällige Blüten sind meist auf Windbestäubung angewiesen und haben daher ein viel höheres Allergiepotential.

Helleborus-Blüten werden durch Insekten bestäubt und sollten daher kein Risiko für Allergiker darstellen.

Bei Schnittblumen oder Topfpflanzen im Haus würde ich allerdings erst einen vorsichtigen Versuch wagen.

(Fun-) Facts über Helleborus

Es wird erzählt, dass der Name «Christrose» so entstanden sei, dass ein armer Hirte auf dem Weg nach Bethlehem war. Er besass nichts und hatte daher auch kein Geschenk für das Jesus-Kind. In der kalten Jahreszeit konnte er nicht einmal Blumen am Wegrand finden. Da weinte er und als seine Tränen auf die Erde fielen, wuchs dort eine Pflanze mit Blüten so schön wie Rosen. Überglücklich brachte der Hirte dem Christus-Kind die «Christ-Rosen» als Geschenk. Darum wird die Christrose bis heute noch gerne in der Vorweihnachtszeit verschenkt.

Im Mittelalter war die Christrose ein Bestandteil von Hexensalben und galt als Mittel zur Erhaltung der ewigen Jugend. Fein vermahlen sollte das Pulver der Christrose, wenn es auf den Boden gestreut wurde, sogar unsichtbar machen.

Die Christrose wurde früher auch dazu genutzt, das Wetter für das kommende Jahr vorherzusagen. Daher der Name «Orakelblume». So wurde überwiegend in ländlichen Regionen zur Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen der Christrose in ein Glas mit Wasser gestellt. Hierbei stand jede der zwölf Blüten für einen Monat des kommenden Jahres. Die Knospen wurden am Heiligabend betrachtet. Öffnete sich die Blüte, sollte es in diesem Monat gutes Wetter geben. Blieb die Knospe hingegen geschlossen, war schlechtes Wetter zu erwarten.

Artenbeschreibung Helleborus / Nieswurz

Grundsätzlich wird in der Helleborus-Familie eine grobe Unterscheidung zwischen folgenden Arten gemacht: stammbildende, stammlose und Kreuzungen dieser beiden Arten.

Stammbildende Arten

Die stammbildenden Arten können Wuchshöhen bis zu 120 cm erreichen. Ihre Lebensdauer von 2 – 4 Jahren ist im Vergleich zu den bis zu 25 Jahren der stammlosen Arten relativ gering. Eigentliche Stämme habe diese Arten aber nicht. Sie wachsen in Horsten und bilden an verholzenden Stängeln Blätter und Blüten. Die Blüten der verschiedenen Arten sind von grünweiss über grün bis zu rötlich gefärbt. Blütezeit ist (je nach Art) ca. von Januar bis Mai. Nach der Samenbildung sterben die verholzten Stängel ab.

Bei den stammbildenden Arten ist die Liste noch recht überschaubar:

  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), Blüte: Januar – Mai
  • Korsische Nieswurz (Helleborus argutifolius), Blüte: März – April
  • Balearen-Nieswurz (Helleborus lividus), Blüte: Dezember – März
  • Bastard-Nieswurz (Helleborus x sternii), eine Kreuzung aus Korsischer und Balearen-Nieswurz, Blüte: Februar – April

Stammlose Arten

Die stammlosen Arten erreichen Wuchshöhen zwischen 10 und 60 cm und können bis zu 25 Jahre alt werden. Hier wachsen Blätter und Blüten getrennt aus dem kräftigen Wurzelstock. Wuchsform und Farbe der Blüten sowie der Blühzeitpunkt unterscheidet sich jedoch bei den Unterarten.

Zu den stammlosen Arten gehören:

  • Helleborus niger (Christrose)
  • Helleborus orientalis (wird erwähnt, da wichtig für Artkreuzungen)
  • Über 15 weitere Arten, welche durch zahlreiche Kreuzungen noch stark erweitert wurden

Es würde den Rahmen sprengen, alle Arten hier genauer zu beschreiben. Daher nenne ich in dieser Liste nur die sehr bekannte Helleborus niger und die kreuzungsrelevante Helleborus orientalis.

Die meisten Exemplare der stammlosen Arten haben eine grünliche Blütenfarbe, vereinzelte blühen rötlich. Sie tragen mehrere eher hängende Blüten an längeren Stielen, die auch Blätter aufweisen.

Ausnahme ist die Helleborus niger, welche streng genommen nicht zu den stammlosen Arten gehören und eine separate Art bilden würde. Sie unterscheidet sich nämlich optisch von den anderen stammlosen Arten. Ihre reinweissen und eher nach oben gerichteten Blüten sitzen auf einem meist eigenen dünnen, eher kurzen und blattlosen Blütenstiel. Daher bleibt sie mit 10 – 30 cm auch recht kompakt. Helleborus niger ist zudem eine der ältesten Kulturpflanzen und war bis vor kurzem die einzige Art, welche bereits in der Advents- und Weihnachtszeit blühte. Das brachte ihr den Namen «Christrose» ein.

Artkreuzungen

Auch die Lenzrosen (Helleborus x hybridus) sind sehr bekannt. Fälschlicherweise werden sie oft «Helleborus orientalis» genannt, sind aber eigentlich Kreuzungen zwischen der stammlosen Helleborus orientalis und anderen stammlosen Helleborus-Arten. Ihre Blütenstände sitzen an eher langen dickeren Stielen und so erreicht die Pflanze Wuchshöhen zwischen 30 und 60 cm.

Sie blühen aber erst ab Januar bis weit in den Frühling. Daher kommt auch ihr Name, denn Lenz ist ein altes Wort für Frühling. Im Gegensatz zu Christrosen bezaubern Lenzrosen nicht nur mit weissen Blüten. Sie blühen auch gelb, zartrosa, intensiv purpur bis fast schwarz oder sogar mehrfarbig. Ebenfalls gibt es auch Sorten mit gefüllten Blüten.

Durch Kreuzung der Christrose (Helleborus niger) mit ihren stammbildenden Verwandten, den mediterranen Nieswurzen (Helleborus lividus, resp. Helleborus argutifolius), entstanden kürzlich sogenannte Schneerosen. Auch sie blühen teilweise ebenfalls bereits ab November bis März, trumpfen aber zusätzlich noch mit cremegrünen oder zartrosa Blüten auf. Durch die Einkreuzung der mediterranen Artgenossen sind Schneerosen noch blühfreudiger und vertragen auch mehr Sonne als ihre stammlosen Verwandten. Die Wuchshöhe beträgt hier zwischen 30 und 60 cm.

Eine kleine Sensation gelang mit der Unterart Schneerose «Ice N› Roses». Sie entstand durch die Kreuzung der Schneerose mit Helleborus orientalis, obwohl diese Arten eigentlich als nicht kreuzbar galten. Diese Art bringt nebst noch längerer Blühdauer (bis April) auch Sorten mit intensiv rosafarbenen bis weinroten und auch zweifarbigen Blüten mit.

Die Helleborus x lemperii entstand durch die Kreuzung aus Christrose und Lenzrose. Durch das Fehlen von stammbildenden Kreuzungspartnern ist sie im Wuchs fast so kompakt wie die Christrose und vereint deren aufrechte Blütenform sowie die frühe Blütezeit (November bis März) mit den intensiven Farben der Lenzrose. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 40 und 50 cm.

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Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel

Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel

Lieblingspflanze von Michael Brühwiler und Ives Roggensinger

Michael Brühwiler
(Leiter Gartenpflege)
Ives Roggensinger
(Landschaftsgärtner)

Sind es die essbaren Früchte des Asiatischen Blüten-Hartriegels, die im September/Oktober rot und reif unsere Blicke auf sich ziehen? Oder doch eher die überwältigende Blütenpracht im späten Frühjahr? Vielleicht aber auch das farbintensive Herbstkleid? Vermutlich ist es die Mischung aus all diesen fabelhaften Eigenschaften, welche dieses vielseitige Gehölz mit dem botanischen Namen «Cornus kousa» zur Lieblingspflanze von gleich zwei Team-Mitgliedern macht!

Das tönt alles sehr spannend, nicht wahr? Finde hier heraus, ob der Cornus kousa vielleicht auch schon bald dein grünes Paradies noch schöner machen könnte…

Heitere Gartengrüsse

Julian

Erscheinungsbild Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel

Nicht nur durch seine schöne Wuchsform ist er eine Zierde für jeden Garten und perfekt geeignet als Solitärpflanze im Rasen oder im Hintergrund eines Staudenbeetes. Es gibt ihn in unzähligen Grössen und mit verschiedensten Blüten-Farben und -Formen.

Im späten Frühjahr verzaubert er uns mit seinen prächtigen Blüten, die genau genommen gar keine sind. Die bunte Pracht sind nämlich sogenannte Hochblätter oder Brakteen. Die eigentlichen Blüten sind die unscheinbaren grünlichen Köpfchen in der Mitte.

Sorte mit weissen Blüten
Sorte mit zartrosa Blüten
Sorte mit weissen Blüten und rosa Rand
Sorte mit pinken Blüten

Diese bieten eine willkommene Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge in einer Jahreszeit, wo viele andere Pflanzen nicht mehr oder noch nicht blühen.

Nachdem im frühen Herbst seine reifem Früchte den Cornus kousa wie kleine Fussbälle am Stiel geziert haben, taucht er vor dem Laubfall sein Kleid in leuchtende Gelb-, Orange- oder Rot-Töne. Seine Blätter kompostieren schnell und werden innerhalb nur eines Jahres zu wertvollem Laubkompost.

Frucht tragender Cornus kousa
Herbstlaub Cornus kousa

Essbare Früchte des Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel

Auch bei der Frucht-Grösse spielt, nebst der Pflege, die Sorte eine Rolle. Willst du besonders grosse Früchte, lohnt sich vielleicht der Besuch einer Baumschule zur Erntezeit. So kannst du Grösse und Geschmack der verschiedenen Sorten überprüfen. Die Sorte ‹Wietings Select› z.B. soll besonders reich tragend und schmackhaft sein.

Essbare Beeren des Cornus kousa

Man kann sie frisch ab Baum essen, jedoch hinterlässt die ledrige Schale in rohem Zustand einen recht pelzigen Geschmack auf der Zunge. Ich habe daher schon Kinder beobachtet, wie sie die Frucht aufbrechen und das süsse Fruchtfleisch dann aussaugen.

Die Früchte des Cornus kousa sind nicht nur essbar sondern schmecken richtig süss, wenn sie denn wirklich ganz reif und weich sind. Hier habe ich dir eine sehr reife Frucht aufgeschnitten. Das Fruchtfleisch ist in der Konsistenz breiartig und die Kerne umhüllt von einer glitschigen Kapsel. Mich erinnert es etwas an die weiche Sorte der Kaki.

Beim Kochen zerfallen die ledrigen Schalen aber nach einiger Zeit, wodurch nur noch ein leicht kerniger Geschmack zurückbleibt. Hier habe ich dir auch gleich zwei Rezepte zur Verwertung der Früchte aufgelistet:

Cornus kousa-Confi

  • 300 Gramm Hartriegel-Früchte
  • 150 Gramm Äpfel oder Aprikosen
  • 450 Gramm Gelierzucker (1:1)

Julians Tipp: Für meinen Geschmack ist das obige Rezept definitiv zu süss und zu klebrig… Wenn du wirklich ganz reife und weiche Früchte verwendest, finde ich persönlich diese Zuckermenge zu hoch. Die Äpfel haben (je nach Sorte) ja auch noch einen nicht ganz unbedeutenden Zuckergehalt. Ich empfehle versuchsweise eine kleinere Menge Zucker zu verwenden und die Confi bei Bedarf mit zusätzlichem Zucker nochmals aufzukochen. Eine geringere Zuckermenge könnte die Confi allerdings etwas weniger lang haltbar machen.

Hartriegel-Früchte waschen, Äpfel oder Aprikosen zerkleinern (Äpfel erst schälen). Früchte und Zucker in der Pfanne aufkochen. Hartriegel-Früchte so lange kochen, bis die Schalen zerfallen. Anschließend die Marmelade durch ein Sieb passieren, um die Kerne zu entfernen. Danach Confi noch heiss in saubere Gläser abfüllen.

Cornus kousa-Likör

  • Fülle eine gereinigte Flasche etwa zur Hälfte mit Hartriegel-Früchten (ohne Stiele).
  • Füge Zucker oder Rohzucker hinzu, rund zwei Drittel der entsprechenden Fruchtmenge.
  • Zum Schluss füllst du die Flasche mit Wodka oder Gin auf.

Die Likörflasche gut verschlossen mehrere Wochen lang kühl und dunkel lagern. Während dieser Zeit Likör regelmäßig gut durchschütteln. Nach etwa sechs Wochen den Hartriegel-Likör kosten und, je nach Geschmack, noch etwas Sirup hinzufügen.

Steckbrief Cornus kousa /
Asiatischer Blüten-Hartriegel

Grösse: Urformen ca. 4 bis 6 m (selten bis 10 m), Breite etwas geringer als Höhe, kleine Sorten wie ‹Dwarf pink› 1,25 – 2 m
Wuchs: eher langsam, etwa 20 – 25 cm pro Jahr
Wuchsform: buschig, ausladend, fast gleich breit wie hoch
Stammform: meist mehrstämmig
Pflanzenart: Gross-Strauch/Kleinbaum
Wurzeltyp: sehr feine Flachwurzeln (nah an der Oberfläche)
Blatt: eiförmig grün und leicht wellig, intensive Herbstfarben
Blüte: grün köpfchenförmig mit Hochblättern (Brakteen) in cremeweiss, rosa oder pink
Blütezeit: Mai/Juni
Frucht: Scheinfrucht, ledriger Haut, weiches Inneres mit Kernen
Giftigkeit: ungiftig, essbar
Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Insektenfreundlichkeit: Ja, beliebt bei Bienen und Schmetterlingen
Schnittverträglichkeit: besser kein Rückschnitt, ausser bei der stark wachsenden Sorte ‹Venus› zur Blütenbildung
Frosthärte: sehr gut, -20°C bis fast -30°C
Standort: halbschattig bis sonnig, etwas windgeschützt
Boden: feucht, nährstoffreich, durchlässig (keine Staunässe)
Erde: leicht sauer bevorzugt (ideal 4,5 – 6,5 pH)
Verwendung: Solitär, natürlicher Sonnenschutz, Sichtschutz, Hochstamm, Insektenweide, Wildnährpflanze, Fruchtgehölz

Ja, ich will!!! Aber wohin damit?

Sehr schön macht sich der Cornus kousa auch als Solitär auf Rasen, oder in Staudenbeeten, z.B. beim Hauseingang. Mit einer durchdachten Beleuchtung trumpft der Asiatische Blüten-Hartriegel auch im Dunkeln noch auf.

Hier ein Exemplar mit reifen Früchten im Staudenbeet eines unserer Kunden.

Sorten des Cornus kousa mit grösseren Wuchshöhen kannst du, wie die Parrotia persica, als natürlichen Sonnenschirm nutzen. Wenn du die unteren Äste regelmässig wegschneidest, kannst du auch sehr nahe zum Stamm vorrücken. Was gibt es romantischeres als im Frühsommer ein lauschiges Plätzchen unter einem Blütenmeer?

Was du bei dieser Verwendung jedoch beachten solltest: Im September fallen die reifen kugeligen Früchte vom Baum ab. Du wirst also automatisch einen gedeckten Tisch vorfinden wenn du im Herbst deinen Essplatz unter dem Baum eingerichtet hast…

Auch gibt es Züchtungen mit panaschiertem Laub, rotem Austrieb oder geringerer Wuchshöhe. Letztere sind interessant für kleine Platzverhältnisse oder die Haltung im Kübel. Genauere Infos zu den Grössen und Farben der verschiedenen Sorten wie auch zu den Ansprüchen an Boden und Standort erfährst du unten.

Gerne schlagen dir meine Kollegen auch geeignete Sorten vor. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Herkunft Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel

Cornus kousa ist der botanische Überbegriff für die Familie der asiatischen Blüten-Hartriegel, auch Blumen-Hartriegel genannt. Sie gehören, wie auch der Cornus mas, zu den Hartriegel-Gewächsen. Diese Verwandtschaft spiegelt sich auch in der grossen Ähnlichkeit der Blätter aller Hartriegel-Gewächsen wieder. In der Art ihrer Blüten und vor allem der Früchte unterscheiden sie sich jedoch stark.

Blüten des Cornus kousa
Reife Früchte des Cornus kousa
Blüte Cornus mas
Blüten des Cornus mas
Reife Früchte des Cornus mas

Innerhalb der Familie der asiatischen Blüten-Hartriegel (Cornus kousa) wird nochmals zwischen zwei Arten unterschieden:
Japanischer Blüten-Hartriegel (Cornus kousa subsp. kousa)
Chinesischer Blüten-Hartriegel (Cornus kousa subsp. chinensis)

Häufig wird der Japanische Blüten-Hartriegel botanisch nur «Cornus kousa» genannt, was eigentlich nicht ganz korrekt ist und wohl nur der Einfachheit halber so praktiziert wird.

Ursprünglich kommt er, wie der Name bereits vermuten lässt, aus Asien. Dort wächst er in gemässigten Zonen an Waldrändern und Ufern.

Ab dem 19. Jahrhundert war er in englischen Parkanlagen zu finden und eroberte im Laufe der Zeit die Hausgärten Europas.

Welchen Standort/Boden mag Cornus kousa / Asiatischer Blüten-Hartriegel?

Der Cornus kousa ist eigentlich ein sehr pflegeleichtes Gehölz. Aufgrund seiner ursprünglichen Herkunft mag er aber am liebsten geschützte halbschattige bis sonnige Plätze.

Die intensivste Herbstfarbe entwickelt Cornus kousa an sonnigen Standorten.

Bevorzugt wächst er in frischen, leicht sauren Böden, die gut durchlässig und nährstoffreich sind. Aber auch betreffend Bodenbeschaffenheit ist er recht unkompliziert.

Der Cornus kousa kann auch in einem Pflanzgefäss dein Zuhause zieren. Hier empfehle ich aber Sorten mit eher kleinem Wuchs (siehe Sorten).

Da er zu den Flachwurzlern gehört und seine Wurzeln dicht unter der Oberfläche ausbreitet, braucht er aber ein grosszügiges Gefäss. Achte beim Kauf darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfliessen kann.

Cornus kousa
verträgt keine
Staunässe!

Weil die Erde in Gefässen schneller austrocknet als im Freiland, musst du hier besonders gut auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Ich empfehle dir darum ein Substrat, das Wasser gut speichern kann. Auch eine gut eingestellte automatische Bewässerungsanlage kann dir hier wertvolle Dienste leisten. Jedoch mag der Cornus kousa lieber abgestandenes Leitungswasser, da er nicht so kalktolerant ist.

Wie gross wird der Cornus kousa / Asiatischer Blütenhartriegel?

Mit einer Höhe der Urformen von 4 – 6 Metern (selten bis 10 Metern) und einer fast ebensolchen Breite ist der Cornus kousa ein stattliches Exemplar unter den Sträuchern und wird daher auch als Grossstrauch oder Kleinbaum bezeichnet.

Kann man den Cornus kousa klein halten?

Die charakteristische Form des Cornus kousa entwickelt sich am schönsten ganz ohne Schnittmassnahmen. Mit einem jährlichen Wachstum von nur ca. 20 – 25 cm gehört sie zu den eher langsam wachsenden Gehölzen. Lediglich totes Holz oder sehr aus der Form geratenes solltest du wegschneiden.

Bei Zweifeln betreffend Grösse wählst du besser gleich von Anfang an eine kleinere Sorte.

Sorten des Cornus kousa

Es gibt unzählige Sorten des Cornus kousa betreffend Blüten- und Blattfarben, Austriebsfarbe und Wuchshöhe. Suchst du eine kleine Sorte, könntest du hier fündig werden:

Die Sorte ‹Dwarf pink› gehört mit 1,25 – 2 m zu den kleinsten Sorten, hat allerdings rosa Blüten.

Sollen die Blüten doch lieber weiss sein, könnte auch die etwas grössere Sorte ‹Weisse Fontäne› mit 2 – 3,5 m, ‹Kreuzdame› mit 2,5 – 3 m oder ‹Wieting’s Select› mit dann aber schon wieder 2,5 bis 4 m für dich geeignet sein. Letztere ist auch für ihre grosse Blütenfülle und somit reiche wie auch noch schmackhafte Ernte bekannt. Zudem verfärbt sich das Laub im Herbst purpur.

Die Sorte ‹Wolf Eyes› mit 2 – 3,5 m hat ebenfalls weisse Blüten, verfügt zudem aber noch über panaschiertes Laub (Grün mit weissem Rand). Panaschierte Sorten gibt es übrigens auch mit rosa Blüten.

Wenn du dir schon beim Blattaustrieb Farbe wünschst, wäre da noch die Sorte ‹Scarlet Fire› mit jedoch wiederum 3 – 4 m zu erwähnen. Sie hat einem roten Austrieb und pinke Blüten.

Cornus cousa schneiden

Wenn du tatsächlich einmal grössere Schnittmassnahmen durchführen musst, sollten diese direkt nach der Blüte erfolgen.

Wähle dazu einen frostfreien und eher bedeckten Tag aus und benutze eine gut geschärfte Scheere, um das Holz ohne Zerfransung zu schneiden.

Ohne Schnitt
bin ich am
schönsten!

Was passt zu Cornus kousa?

Steht der Asiatische Blüten-Hartriegel nicht als Solitär im Rasen, kann er im Beet mit niedrigen Stauden umpflanzt werden.

Wie bereits erwähnt, ist der Cornus kousa ein Flachwurzler und braucht darum Begleitstauden, welche mit diesen Gegebenheiten gut zurecht kommen. Gerne übernehmen wir für dich die Auswahl und Bepflanzung. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Wenn du lieber selber wählen möchtest, habe ich dir geeignete Pflanzen in einem separaten Beitrag schon mal zusammengetragen und hübsch bebildert.

Hier gehts zum Beitrag über Begleitstauden für flachwurzelnde Gehölze

Cornus kousa für Allergiker geeignet?

Gewusst? Je auffälliger die Blüten einer Pflanze, umso allergieärmer sind sie.

Auffällige Blüten werden von Bienen angeflogen und haben daher sehr klebrige Pollen, die nicht so leicht verwehen. Unauffällige Blüten sind meist auf Windbestäubung angewiesen und haben daher ein viel höheres Allergiepotential.

Die Blüten des Cornus kousa werden durch Insekten bestäubt und sollten daher kein Risiko für Allergiker darstellen.

Bei den Blättern des Hartriegelgewächse sieht es allerdings wieder etwas anders aus. Hier reagieren einige Menschen mit Juckreiz auf Hautkontakt.

Für
Schnitt und Ernte
immer lange Ärmel
und Handschuhe
tragen.

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lesenswert Lieblingspflanzen

Parrotia persica / persischer Eisenholzbaum

Parrotia persica / persischer Eisenholzbaum

Lieblingspflanze von Marcel Egli

Hier bin ich wieder, dein Julian Baldrin. Heute erzähle ich dir, was mir unser Chef, Marcel Egli, über seinen absoluten Liebling in der Pflanzenwelt verraten hat, und wieso er diese bisher noch nicht so bekannte Schönheit so gerne bei der Planung neuer Gärten einbringt. Ich wünsche dir viel Spass beim Lesen!

Heitere Gartengrüsse

Julian

Steckbrief Parrotia persica / persischer Eisenholzbaum

Grösse: 6 – 10 m, Züchtungen ‹Vanessa› 5 – 8 m, ‹Persian Spire› 2,5 – 3 m
Wuchs: eher langsam, 20 – 25 cm pro Jahr
Wuchsform: buschig, ausladend
Stammform: mehrstämmig, abblätternde Struktur (ähnlich Platane)
Pflanzenart: Gross-Strauch/Kleinbaum
Wurzeltyp: sehr feine Flachwurzeln (nah an der Oberfläche)
Blatt: eiförmig grün, Austrieb rot gerandet, wechselnde Herbstfarben
Blüte: purpur
Blütezeit: (Januar), Februar/März
Frucht: Kapselfrucht
Giftigkeit: ungiftig
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Insektenfreundlichkeit: Ja
Schnittverträglichkeit: gut (keine Radikalschnitte)
Frosthärte: bis -25 °C
Standort: sonnig (halbschattig)
Boden: feucht, humos, nährstoffreich, durchlässig (keine Staunässe)
Verwendung: Solitär, natürlicher Sonnenschutz, Sichtschutz, Hochstamm, Alleebaum, Insektenweide

Ein Feuerwerk der Farben

Das ist einer der vielen Gründe, wieso Marcel Egli so begeistert ist von der Parrotia persica. Der umgangssprachlich auch Parrotie genannte Grossstrauch legt eine Farbvielfalt an den Tag, die seinesgleichen sucht!

Schon vor dem Blattaustrieb trumpft die Parrotia persica im zeitigen Frühjahr, je nach Temperaturen schon im Februar, mit ihren kleinen purpurnen Blüten auf. Zusammen mit Cornus mas, Winterjasmin und den ersten frühblühenden Zwiebelpflanzen, wie Schneeglöckchen und Krokussen, bietet die Parrotia persica eine der ersten und heiss begehrten Nahrungsquellen für Mauerbienen und Hummelköniginnen, die bereits früh aus ihrer Winterruhe erwachen. Aus den befruchteten Blüten entstehen unscheinbare Kapselfrüchte, die sich bei erreichter Reife explosionsartig öffnen und die Samen regelrecht wegschleudern.

Purpurne Blüte
Orangerote Herbstfärbung
Grüner Austrieb mit purpurnem Rand
Die Farbe wechselt über Violett zu Gelb

Beim Austrieb im Frühling haben ihre seidig weichen Blätter ein frisches leuchtendes Hellgrün mit weinroter Umrandung. Mit zunehmendem Alter des Blattes erhält dieses eine ledrige Textur und verfärbt sich in ein eher dunkleres Grün. Im Herbst setzt die Parrotia persica dann zum richtigen Feuerwerk der Farben an. Was an den Baumspitzen mit orangeroten Blattspitzen beginnt, ‹läuft› als leuchtend rote Färbung langsam hinunter bis zum Stamm. Doch damit noch nicht genug! Wenn der Herbst fortschreitet, verfärben sich die Blätter, je nach Bodenbeschaffenheit und Temperaturen, nochmals bis zu einem intensiven Violett, das vor dem Blattfall nochmals zu einem satten Gelb wechselt.

In dieser Gruppe, in einem Kundengarten gepflanzt, kommt dieses Farbspektakel besonders schön zur Geltung. Auch die interessante individuelle Stammform jeder Parrotie sowie die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten haben es Marcel angetan.

Ein natürlicher Sonnenschirm

Was wäre, wenn es einen Sonnenschirm gäbe, der so richtig dekorativ ist, dich während des Jahres gar mit verschiedenen Farben überrascht und auch noch einen Beitrag zur Biodiversität leistet? Einen, der dir richtig kühlen Schatten liefert und du nie daran denken musst, ob du ihn schon zugemacht hast, da für ihn ist kein Wind zu stark ist und er dich sogar vor Regen schützt? Einen, für den du keinen klobigen Sockel brauchst und den du im Winter nirgends verstauen musst? Gute Neuigkeiten: Es gibt ihn wirklich! Dieser Sonnenschirm heisst Parrotia persica.

Ob für Bistrotisch oder Lounge, der Naturschatten lädt zum Verweilen ein und schafft einen gemütlichen Lieblingsplatz.

In diesen beiden Kundengärten wurde der dekorative Schattenspender Parrotia persica oben direkt neben dem Haus beim gemütlichen Holzdeck eingesetzt. Unten säumt er, direkt im Holzdeck eingelassen, einen Poolbereich mit Liegestüheln.

Parrotia Gruppe Pool

Auch das Essen unter dem persischen Eisenholzbaum wird zu einem heimeligen und besonderen Erlebnis. Der kühle Naturschatten macht Appetit!

Bist du erst jetzt so richtig neugierig geworden? Dann findest du hier noch weitere spannende Infos zu diesem vielseitigen Gehölz.

Herkunft Parrotia persica / Eisenholzbaum

Es ist wenig bekannt, dass die Parrotia persica vor der Eiszeit (im sog. Pilozän vor 5 – 2,4 Mio. Jahren) sogar in Mitteleuropa heimisch war, was Braunkohlefunde aus dieser Zeit belegen. Trotz ihrer sehr hohen Frosthärte bis -25 Grad Celsius hat die Eiszeit sie in wärmere Regionen zurückgedrängt. Heute ist sie sehr verbreitet im Kaspischen Regenwald (ein Teil dieses Waldes wurde 2019 in das UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen). Dieses Gebiet liegt im Osten Aserbaidschans und im Nordiran, dem früheren Persien. Daher kommt auch der Namens-Zusatz ‹persica›.

Der deutsche Botaniker Friedrich W. Parrot (1792–1841) war in dieser Region zwischen 1811 und 1812 auf Forschungs-Reisen und sammelte dort erstmals Pflanzenmaterial dieser Gattung, weshalb sie nach ihm benannt wurde.

Wie viele tropische Hölzer ist auch das Holz der Parrotie extrem hart und hat eine sehr hohe Dichte, wodurch es im Wasser sogar untergeht. Solche Hölzer werden oft als Eisenholz bezeichnet. So wird auch die Parrotia persica häufig ‹persischer Eisenholzbaum› genannt.

Die Parrotia persica gehört zur Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Beim Vergleich der Blüten der Parrotia persica und der Zaubernuss (Hamamelis) fällt einem die Ähnlichkeit in der köpfchenartig angeordneten Blüten auf.

Blüte Parrotia persica
Blüte Zaubernuss (Hamamelis)

Welchen Standort/Boden mag Parrotia persica?

Die Parrotia persica gilt als robust und anpassungsfähig. Sie verträgt Hitze, starke Minustemperaturen und sogar Streusalz. Am liebsten steht sie in der Sonne an einem etwas windgeschützten Platz. Sie fühlt sich aber auch im Halbschatten wohl.

Die intensivste Herbstfarbe entwickelt Parrotia persica allerdings an sonnigen Standorten mit leichteren Böden.

Bevorzugt wächst sie in frischen, leicht sauren Lehmböden, die ausreichend locker, durchlässig und humusreich sind. Aber auch betreffend Bodenbeschaffenheit ist sie recht unkompliziert. Sie kommt ebenfalls sehr gut klar mit mässig feuchten oder trockenen Sandböden.

Du kannst die Parrotie auch in einem Pflanzgefäss halten. Da sie zu den Flachwurzeln gehört und ihre Wurzeln dicht unter der Oberfläche ausbreitet, braucht sie ein sehr grosszügiges Gefäss. Achte beim Kauf darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfliessen kann.

Parrotia persica
verträgt keine
Staunässe!

Weil die Erde in Gefässen schneller austrocknet als im Freiland, musst du hier besonders gut auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Ich empfehle dir darum ein Substrat, das Wasser gut speichern kann. Auch eine automatische Bewässerungsanlage kann dir hier gute Dienste leisten.

Wie gross wird Parrotia persica / Eisenholzbaum?

Mit einer maximalen Höhe von 6 bis 10 Metern (in selten Fällen bis 12 Meter) und einer fast ebensolchen Breite ist Parrotia persica ein sehr stattliches Exemplar unter den Sträuchern und wird als Grossstrauch oder Kleinbaum bezeichnet.

Neue Züchtungen ergaben auch niedrigere Sorten, wie ‹Vanessa› mit einer maximale Höhe von 5 bis 8 Metern und auch einem deutlich weniger ausladenden Wuchs. Für Kleinstgärten ist auch die Sorte ‹Persian Spire› sehr interessant, die in Säulenform wächst und eine maximale Höhe von 2,5 bis 3 Metern erreicht. Diese hat im Frühling gar einen violetten Austrieb und besticht im Sommer mit einem purpur geränderten Blatt.

Auf monumentaltrees.com existiert eine Liste, in welcher besonders imposante Exemplare von verschiedenen Bäumen registriert werden können. In dieser Liste kannst du nachlesen, dass in den Niederlanden eine Parrotia persica steht, welche sogar 22,6 Meter hoch sein soll. Auch das älteste registrierte Exemplar mit über 170 Jahren ist in diesem Land beheimatet. Die Parrotie mit dem dicksten gemessene Stamm befindet sich dann aber in den USA und soll einen Umfang von über 4 Metern haben.

Kann man Parrotia persica klein halten?

Die charakteristisch ausladende Krone der Parrotia persica entwickelt sich am schönsten ganz ohne Schnittmassnahmen. Mit einem jährlichen Wachstum von nur ca. 20 – 25 cm gehört sie zu den eher langsam wachsenden Gehölzen. Dennoch ist der persische Eisenholzbaum gut schnittverträglich, solange man nicht bis ins alte Holz zurückschneidet. Mehr Infos zum Schnitt findest du im nächsten Absatz.

Überlege also vor der Anschaffung, ob für deine Platzverhältnisse ein ausgewachsenes Exemplar zu gross ist und für dich vielleicht eine der oben genannten kleineren Züchtungen die bessere Wahl wäre. Meine Teamkollegen unterstützen dich gerne bei der Auswahl.

Formen von Parrotia persica

Am häufigsten ist die mehrstämmige Form mit ausladender Schirmkrone, die gerne als Solitärpflanze in Gärten und Parks verwendet wird. Die Parrotia persica gibt es aber auch als breitgeasteten Sichtschutz (Spalierform), in Säulenform oder als Hochstamm. Diese Variante erfreut sich in der Verwendung als Strassenbaum oder Alleebaum wachsender Beliebtheit.

‹Stamm-Spalier› – mit Stammbild
‹Boden-Spalier› – bis zum Boden beastet

Parrotia persica schneiden

Bei Frühblühern erledigst du die Schnittarbeiten vorzugsweise gleich nach der Blüte, da die neuen Blüten-Knospen bereits im folgenden Sommer gebildet werden. Bei einem Schnitt im Herbst oder Winter würdest du somit auch viele Knospen entfernen.

Wähle dazu einen frostfreien und eher bedeckten Tag aus und benutze eine gut geschärfte Scheere, um das harte Holz ohne Zerfransung zu schneiden.

Weniger
ist mehr!

Radikale Schnittmassnahmen bis ins alte Holz nimmt die Parrotia persica übel und treibt nur schwer wieder aus. Kürze daher, falls nötig, lediglich aus der Form geratene Zweige kurz über einem Blattknoten um maximal einen Drittel ein.

Ist dir das zu kompliziert? Gerne helfen dir meine Kollegen aus der Gartenpflege weiter. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Verwendung von Parrotia persica?

Im Vergleich zu einem Baum behält die Parrotia persica eine relativ kompakte und überschaubare Grösse. Durch kleinwüchsigere Züchtungen kann sie auch in Gärten mit geringen Platzverhältnissen einziehen. Zudem ist die Parrotie ganzjährig eine wahre Augenweide, insektenfreundlich und äusserst frosthart sowie hitzetolerant. Dank dieser Eigenschaften sind ihrer Verwendung fast keine Grenzen gesetzt.

Durch den doch recht ausladenden Wuchs und das interessante Stammbild sollte die Parrotia persica vorwiegend als Solitärpflanze verwendet werden.

Der Stamm der Parrotie zeigt im Alter eine abblätternde zweifarbige Struktur, ähnlich einer Platane. Sie kann einstämmig gezogen werden, ich bevorzuge jedoch ihre natürliche, mehrstämmige Form. Die Parrotia persica bildet nämlich wunderschön verspielte Stammgebilde, welche jede Pflanze zum individuellen und unverkennbaren Einzelstück machen.

Das lebhafte Stammbild harmoniert wunderbar mit der typisch malerisch ausladenden Krone. Die vielen Äste der Krone bieten dir wunderbar Platz für hängende Dekorationen.

Durch eine geschickt platzierte Beleuchtung erscheint die nächtliche Parrotia persica wie aus einem Zauberwald entsprungen.

Egli Grün Gartenbau Pool bei Nacht

Was passt zu Parrotia persica?

Wie bereits erwähnt, ist Parrotia persica ein Flachwurzler und braucht darum Begleitstauden mit ganz besonderen Eigenschaften. Gerne übernehmen wir für dich die Auswahl und Bepflanzung. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Wenn du lieber selber wählen möchtest, habe ich dir geeignete Pflanzen in einem separaten Beitrag schon mal zusammengetragen und hübsch bebildert.

Hier gehts zum Beitrag über Begleitstauden für flachwurzelnde Gehölze

Bei mehrstämmigen Exemplaren empfehle ich dir niedrig wachsende Stauden zu wählen, damit das interessante Stammbild nicht verdeckt wird!

Parrotia persica für die Vase

Auch die Parrotia persica eignet sich, wie Cornus mas und viele andere Blütengehölze, für die Vase. Die Zweige sollten ca. 20 Tage vor der gewünschten Blüte geschnitten werden. Sie müssen allerdings schon mal dem Frost ausgesetzt gewesen sein, sonst gehen die Knospen nicht auf. Wenn du die Zweige in eine Vase mit warmem Wasser stellst, bringt sie das etwas schneller zum Blühen.

Achte auch hier darauf, nicht zu grosse Zweige abzuschneiden, da die Parrotie starke Rückschnitte nicht gut verträgt.

Parrotia persica für Allergiker geeignet?

Die Blüten der Parrotia persica sind zwittrig aufgebaut. Sie werden sowohl durch Fluginsekten als auch mittels Windbestäubung befruchtet.

Gewusst? Je auffälliger die Blüten einer Pflanze, umso allergieärmer sind sie.

Auffällige Blüten werden von Bienen angeflogen und haben daher sehr klebrige Pollen, die nicht so leicht verwehen. Unauffällige Blüten sind meist auf Windbestäubung angewiesen und haben daher ein viel höheres Allergiepotential.

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Begleitstauden für flachwurzelnde Gehölze

Begleitstauden für flachwurzelnde Gehölze

Suchst du passende Begleiter für einen sogenannten Flachwurzler? Dann bist du auf dieser Seite genau richtig! Hier habe ich nämlich eine schöne Sammlung von Pflanzen angelegt, welche mit den speziellen Anforderungen an diesem Standort prima klar kommen.

Durch das dichte Wurzelwerk im Oberboden bleiben nicht mehr viel Wasser und Nährstoffe übrig. Geeignete Begleiter für eine Randbepflanzung müssen gut mit Trockenheit zurechtkommen. Dies gilt insbesondere für die Unterpflanzung von grösseren Exemplaren mit ausladender Krone, wo fast kein Wasser hinkommt. Zudem ist hier eine gute Schatten-Toleranz wichtig. Das macht die Auswahl von geeigneten Pflanzen etwas schwieriger als bei Gehölzen mit tieferliegenden Wurzeln. Sicherlich wirst du aber in dieser umfassenden Zusammenstellung etwas Passendes finden.

Zu kompliziert? Gerne können wir die Auswahl und Bepflanzung auch für dich übernehmen. Melde dich einfach über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Wähle mit Bedacht

Eine sorgfältige Auswahl und Verteilung von verschieden Blüh- und Blattschmuck-Stauden zahlt sich aus. Auch ein Arrangement von Pflanzen mit verschieden farbigen Blättern kann ein Hingucker sein.

Stehle kleineren Exemplaren und niedrigen Hecken nicht die Show mit zu hohen Stauden!

Willst du Früchte ernten, sollten die Stauden den Zugang zum Gehölz nicht versperren!

Zur Unterpflanzung von ausladenden Kronen

Diese Pflanzen vertragen viel Schatten und Trockenheit und sind daher besonders zur Unterpflanzung von grossen Gehölzen geeignet. Du kannst sie aber auch für kleinere Kronen und Randbepflanzungen verwenden.

Elfenblume (Epimedium)
Elfenblume
(Epimedium)
Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum 'Spessart')
Balkan-Storchschnabel
(Geranium macrorrhizum)
Pilzkopf-Segge 'The Beatles'
Pilzkopf-Segge ‹Beatles›
(Carex caryophyllea)
Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea)
Gelber Lerchensporn
(Corydalis lutea)
Kaukasus-Vergissmeinnicht
Kaukasus-Vergissmeinn.
(Brunnera macrophylla)
Knotiger Storchschnabel (Geranium nodosum)
Knotiger Storchschnabel
(Geranium nodosum)
Vogelfuss-Segge (Carex ornit. Varigeta)
Vogelfuss-Segge
(Carex ornit. Varigeta)
Purpur-Wolfsmilch
Purpur-Wolfsmilch
(Euphorbia ‹Purpurea›)
Golderdbeere (Waldsteinia ternata)
Golderdbeere
(Waldsteinia ternata)
Waldscheinmohn (Meconopsis cambrica)
Waldscheinmohn
(Meconopsis cambrica)
Berg-Segge (Carex montana)
Berg-Segge
(Carex montana)
Schnee-Marbel (Luzula nivea)
Schnee-Marbel
(Luzula nivea)

Zur Randbepflanzung

Diese Pflanzen vertragen Trockenheit und Halbschatten. Du kannst sie auch für die Unterpflanzung von nicht zu ausladenden Kronen verwenden. Wenn du sie unter ausladenden Kronen pflanzen möchtest, wirst du sie zusätzlich wässern müssen.

Sommer-Waldaster (Aster Divaricatus)
Sommer-Waldaster (Aster Divaricatus)
Purpurglöckchen (Heuchera)
Purpurglöckchen
(Heuchera ‹Leuchtkäfer›)
Gold-Funkie (Hosta 'August Moon')
Gold-Funkie
(Hosta ‹August Moon›)
Blaublatt-Funkie (Hosta sieboldiana)
Blaublatt-Funkie
(Hosta sieboldiana)
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
Purpurglöckchen 'Cherry Cola'
Purpurglöckchen
(Heuchera ‹Cherry Cola›)
Weissrand-Funkie (Hosta patriot)
Weissrand-Funkie
(Hosta ‹patriot›)
Herbst-Anemone
Herbst-Anemone
(Anemone ‹Robustissima)
Wald-Windröschen (Anemone sylvestris)
Wald-Windröschen (Anemone sylvestris)
Purpurglöckchen 'Pink Panter'
Purpurglöckchen
(Heuchera ‹Pink Panter›)
Grünrand-Funkie (Hosta stained glass)
Grünrand-Funkie
(Hosta ’stained glass›)
Farn
Tüpfel-Farn
(Polypodium vulgare)

Für die ‹kahle› Jahreszeit

Vergiss bei der Bepflanzung nicht die Zwiebelpflanzen und Frühblüher, resp. Winterblüher. Sie sind sowohl für die Randbepflanzung als auch für die Unterpflanzung geeignet.

Christrose
Christrose
(Helleborus niger)
Frühlings-Alpenveilchen
(Cyclamen coum)
Buschwindröschen
(Anemone nemorosa)
Zierlauch
(Allium)
Schneeglöckchen
(Galanthus)
Traubenhyazinthen
(Muscari)
Balkan-Buschwindröschen
Blaue Balkan-Anemone
(Anemone blanda)
Wild-Tulpe
Wild-Tulpe
(Tulipa praestans)
Krokus
(Crocus)
Hasenglöckchen
Hasenglöckchen
(Hyacinthoides)
Bärlauch
Bärlauch
(Allium ursinum)
Duft-Veilchen
Duft-Veilchen
(Viola odorata)

Blumenzwiebeln
immer in
Gruppen
pflanzen!

Der Herbst ist die perfekte Pflanzzeit!

Wenn du Pflanzarbeiten in der Nähe von Gehölzen erledigen möchtest, ist der Herbst die perfekte Jahreszeit dafür. Die Vegetationsphase ist nun beendet und die Bäume und Sträucher stellen ihr Wachstum bis zum nächsten Frühling ein. In dieser Zeit entziehen sie dem umliegenden Boden nicht mehr so viel Wasser und Nährstoffe, besonders dann wenn auch die Blätter gefallen sind. So haben die neuen Pflänzchen die bestmöglichen Bedingungen, Wurzeln zu schlagen und können im nächsten Frühling gestärkt in die neue Vegetationsphase starten. Im ersten Jahr nach der Pflanzung solltest du die Stauden aber noch mit zusätzlichen Wassergaben unterstützen. Danach sollten sie, ausser in langen Trockenperioden, gut ohne deine Hilfe klar kommen.

Viel Spass beim Planen und Pflanzen!

Julian

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Cornus mas / Kornelkirsche

Cornus mas / Kornelkirsche

Lieblingspflanze von Julian Baldrin

Hallo! Ich bin es, dein Julian Baldrin. Wie versprochen lüfte ich heute das Geheimnis und stelle dir meine Lieblingspflanze vor. Leider ist dieser grossartige Strauch in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten. Ich hoffe, dass meine Zeilen hier dazu beitragen, dass er wieder etwas an Bekanntheit gewinnt. Mich begeistert er auf jeden Fall immer wieder aufs Neue mit seinen vielen Vorzügen!

Heitere Gartengrüsse
Julian

Sicher ist er dir diesen Frühling auch in vielen Gärten und öffentlichen Anlagen aufgefallen. Vor den meisten anderen Pflanzen schickte er einen zarten Frühlingsgruss mit seinen filigranen und puscheligen gelben Blüten.

Vielleicht hast du beim näheren Betrachten auch bemerkt, dass es im ganzen Strauch summt und brummt?

Er bietet nämlich Nahrung für die ersten Bienen und Hummeln, die nach den langen Wintermonaten gierig nach früh blühenden Pflanzen suchen.

Bei dieser geheimnisvollen und etwas in Vergessenheit geratenen Schönheit handelt es sich um ein einheimisches Gehölz mit dem botanischen Namen „Cornus mas“. Vielleicht vermutest du es bereits – er hat natürlich noch mehr wunderbare Eigenschaften, die ihn so beliebt machen. Bereits sein umgangssprachlicher Name „Kornelkirsche“ verrät, dass da noch Früchte zu erwarten sind.

Trotz des Namens und ihrer essbaren, aber ziemlich sauren Stein-Früchte, ist die Kornelkirsche weder mit der Süsskirsche noch mit der Sauerkirsche verwandt und gehört zur Familie der Hartriegel. Da Blüten und Früchte des Cornus mas bei vielen Wildtieren eine beliebte Nahrungsquelle sind und er ebenfalls gerne als Nistplatz genutzt wird, nennt man ihn vielerorts auch „Tierlibaum“. In ganz Europa ist er noch unter vielen weiteren Namen bekannt – ein Hinweis darauf, wie beliebt er früher einmal war.

Kornelkirschen / Früchte Cornus mas

Nach der wunderschönen gelben Blüte im zeitigen Frühjahr folgen eiförmige grüne Blätter. Ungefähr ab Mitte August bis anfangs Oktober reifen dann seine glänzenden Steinfrüchte. Diese sind, wie alle übrigen Pflanzenteile, völlig ungiftig für Mensch und Tier.

Kornelkirschen sind sogar äusserst gesund – nur schon ihr Gehalt an Vitamin C stellt die Zitrone ziemlich in den Schatten!

Wenn die Temperaturen sinken, verfärbt sich das Laub herrlich gelb bis rotorange.

Im Winter ist der Cornus mas mit seiner braunen Rinde dann eher unscheinbar.

Zu langweilig? Er lässt sich auch prima mit Christbaumkugeln oder einer Weihnachtsbeleuchtung schmücken.

Herbstlaub Cornus mas

Bist du erst jetzt so richtig neugierig geworden? Dann findest du hier noch weitere spannende Infos zu diesem vielseitigen Gehölz.

Steckbrief Cornus mas / Kornelkirsche

Grösse: 6 bis 8 Meter
Wuchs: langsam, 10 – 20 cm pro Jahr
Wuchsform: buschig, ausladend
Stammform: mehrstämmig
Pflanzenart: Gross-Strauch/Kleinbaum
Wurzeltyp: sehr feine Flachwurzeln (nah an der Oberfläche)
Blatt: grün, eiförmig
Blüte: gelb
Blütezeit: Februar/März
Frucht: Steinfrucht, essbar, säuerlich-herb
Giftigkeit: alle Pflanzenteile ungiftig
Familie: Hartriegel
Insektenfreundlichkeit: Ja
Schnittverträglichkeit: sehr gut
Frosthärte: sehr gut
Standort: sonnig – halbschattig
Boden: eher trocken, durchlässig, nährstoff- und kalkreich
Verwendung: Solitär, Formgehölz, Hecken, Sichtschutz, Hochstamm, Böschungsbefestigung, Wildnährpflanze, Wildobst

Superfood Kornelkirsche

Schon die berühmte Klosterfrau Hildegard von Bingen (1098 – 1179) wusste die Kornelkirsche gegen Gicht und Magenbeschwerden einzusetzen.

Nebst einem sehr hohen Gehalt an Vitamin C (einiges mehr als eine frische Zitrone!) enthält die Kornelkirsche Pektin, Fruchtzucker, Anthocyan, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin A und B, Kalium, Eisen, Kalzium und Magnesium.

Richtiger Superfood also, der gerade als Wildobst eine Renaissance erlebt.

Wildobst Kornelkirsche

Kann man Kornelkirschen roh essen?

Da Kornelkirschen ziemlich sauer sind, werden sie zwar meist zu gesüssten Speisen weiterverarbeitet, man kann sie aber ohne Bedenken roh essen. Ihr Geschmack erinnert etwas an Sauerkirsche oder Sanddorn. Wenn du die Früchte gerne roh geniessen möchtest, solltest du Sorten mit geringerem Säuregehalt wählen. Als Tafelobst bietet sich z.B. die Sorte ‚Jolico‘ an. Bei dieser sind auch die Früchte grösser, jedoch entwickelt sich die Wuchsform weniger schön als beim herkömmlichen Cornus mas.

Auf jeden Fall solltest du die Früchte gut ausreifen lassen, da sie dann den höchsten Zuckergehalt haben.

Sie sollten dunkelrot, ja fast schwarz sein.

Wenn man auf die Kirsche drückt, sollte sofort Saft austreten.

Die Ernte ist einfach: Ein grosses Tuch unter den Strauch legen, kräftig schütteln und dann die abgefallenen Früchte einsammeln. Dazu würde ich jedoch lange Ärmel und Handschuhe tragen, denn einige Menschen verspüren nach Hautkontakt mit den Blättern der Kornelkirschen einen Juckreiz an der betroffenen Stelle.

Wie verwendet man Kornelkirschen?

Dank ihres herbsäuerlichen Geschmacks sind Kornelkirschen vor allem als Konfitüren, Saft oder Kompott bekannt und sehr beliebt. Wenn du es etwas exotischer magst, kannst du sie aber auch mal zu einem Chutney verarbeiten. Das Internet hält viele spannende Rezepte für Kornelkirschen bereit.

Apéro-Kornelkirschen

Julians Geheimtipp:

Überrasche deine Gäste mit selbst gemachten Apéro-Kornelkirschen als Olivenersatz. Natürlich kannst du sie auch alleine in einer lauschigen Ecke deines Gartens geniessen.

Dazu solltest du aber die noch nicht ganz reifen Früchte verwenden.

Wie das geht, erfährst du in diesem Rezept von Betty Bossi, das ich dir herausgesucht habe.

Im Tirol wird aus den Früchten der beliebte „Dirndl-Schnaps“ gemacht. Die getrockneten Kerne wurden früher auch häufig als Kaffee-Ersatz verwendet.

Wie gross wird Cornus mas?

Mit einer maximalen Höhe von 6 bis 8 Metern und einer fast ebensolchen Breite ist der Cornus mas ein sehr stattliches Exemplar unter den Sträuchern und gilt daher als Grossstrauch oder Kleinbaum. Da er meist mehrere Stämme sowie ein schönes Stammbild mit ausladender Krone aufweist, wird er gerne als Solitärpflanze in Gärten oder Parks verwendet.

Cornus mas ausgewachsen

Cornus mas kann weit über 100 Jahre alt werden. Auf monumentaltrees.com wurde gar ein Exemplar registriert, welches über 830 Jahre alt sein soll und in Padova (IT) steht. Ebenfalls auf dieser Seite ist zu lesen, dass es in Ungarn einen Cornus mas mit einem Stammdurchmesser von über 3,5 Metern geben soll.

Kann man Cornus mas klein halten?

Cornus mas ist sehr schnittverträglich und wird daher auch sehr gerne als Hecke verwendet. Mit einem jährlichen Wachstum von nur ca. 10 – 20 cm gehört er zu den langsam wachsenden Gehölzen. Ausser bei Form-Hecken solltest du daher mit einem zu starken Rückschnitt vorsichtig sein und niemals bis ins alte Holz schneiden. Blüten und somit auch Früchte werden nur am einjährigen Holz gebildet, d.h. nur an den Zweigen, welche in der vergangenen Saison gewachsen sind.

Niedrige Hecken zwischen Einfahrten von Reihenhäusern.
Breite niedrige Hecke als Absturzsicherung vor der Terrasse.

Cornus mas ist also keinesfalls nur als imposante Solitärpflanze geeignet, auch als Solitär kann er klein gehalten werden. Sogar als hübsch kugelförmige Kunstwerke, stattlicher Bonsai oder als einstämmig gezogener Baum ist er zu finden. Genau ein solches Exemplar steht schon seit vielen Jahren direkt vor dem Tor unseres Schaugartens. Ist er dir noch nie aufgefallen? Dann komm uns doch wieder mal besuchen und sehe ihn dir bei dieser Gelegenheit genauer an.

Wann schneidet man Cornus mas?

Dazu musst du erst mal entscheiden, ob du eher die Blüte fördern oder vor allem die leckeren Früchte ernten möchtest. Denn der Schnittzeitpunkt ist davon abhängig.

Bei Frühblühern erledigst du die Schnittarbeiten vorzugsweise gleich nach der Blüte, da die neuen Blüten-Knospen bereits im folgenden Sommer gebildet werden. Bei einem Schnitt im Herbst oder Winter würdest du somit auch viele Knospen entfernen.

Steinobst jedoch schneidest du direkt nach der Ernte. Würdest du es nach der Blüte schneiden, wären dann ja auch viele Früchte futsch…

Welchen Standort / Boden mag Cornus mas?

Cornus mas fühlt sich sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten wohl. Möchtest du möglichst viele und süssere Früchte ernten, wähle aber einen möglichst sonnigen und warmen Standort. Grundsätzlich ist der genügsame Geselle mit einem normalen durchlässigen Boden zufrieden.

Cornus mas
verträgt keine
Staunässe!

Der perfekte Boden ist eher trocken, gut durchlässig sowie nährstoff- und kalkreich. Cornus mas toleriert aber auch leicht saure, etwas feuchtere Böden.

Auch in grösseren Kübeln kann der Cornus mas gedeihen. Weil er seine Flachwurzeln dicht unter der Oberfläche ausstreckt, besteht im Kübel jedoch schneller die Gefahr von Austrocknung. Daher musst du immer auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.

Verwendung von Cornus mas?

Was für ein Alleskönner! Nicht nur fast ganzjährig eine Augenweide, Superfood und Wildnährpflanze – er kann auch noch vielseitig eingesetzt werden. Da Cornus mas nicht so schnell wächst, ist er vorwiegend als Solitärgehölz – auch für kleine Gärten – beliebt. Sehr häufig wird er dank seinem kompakten Wuchs aber auch als Form- oder Wildhecke und Sichtschutz genutzt. Dank seines äusserst fein verzweigten Wurzelwerks in der Nähe der Oberfläche eignet sich die Kornelkirsche zudem hervorragend als Böschungsbefestigung.

Cornus mas vs. Forsythie

Der einheimische Cornus mas gewinnt das Rennen gegen die exotische Forsythie! Er bietet Pollen und Nektar für Insekten und im Herbst sogar Beeren für Mensch und Tier.

Die Forsythie lockt mit ihren meist sterilen Blüten viele Insekten an, die in den leuchtenden Kelchen vergeblich nach Nahrung suchen. Dadurch werden sie unnötig geschwächt.

Was passt zu Cornus mas?

Wie bereits erwähnt, ist Cornus mas ein Flachwurzler und braucht darum Begleitstauden mit ganz besonderen Eigenschaften. Gerne übernehmen wir für dich die Auswahl und Bepflanzung. Du erreichst uns über unser Kontaktformular, 071 969 55 77 oder [email protected].

Wenn du lieber selber wählen möchtest, habe ich dir die geeignetsten Pflanzen in einem separaten Beitrag schon mal zusammengetragen und hübsch bebildert.

Hier gehts zum Beitrag über Begleitstauden für flachwurzelnde Gehölze

Cornus mas in der Vase

Auch als Frühlingsdeko in der Vase oder als Mitbringsel bei Besuchen machen sich die blühenden Zweige sehr hübsch. Zeitig vor der Blüte geschnitten solltest du die Zweige in eine Vase mit warmem Wasser stellen, das bringt sie schneller zum Blühen.

Cornus mas für Allergiker geeignet?

Da die Blüten des Cornus mas durch Fluginsekten bestäubt werden und nicht mittels Windbestäubung, können auch Allergiker sich über den Frühlingsgruss freuen.

Gewusst? Je auffälliger die Blüten einer Pflanze, umso allergieärmer sind sie.

Auffällige Blüten werden von Bienen angeflogen und haben daher sehr klebrige Pollen, die nicht so leicht verwehen. Unauffällige Blüten sind meist auf Windbestäubung angewiesen und haben daher ein viel höheres Allergiepotential.

Bei den Blättern des Cornus mas sieht es allerdings wieder anders aus. Hier reagieren einige Menschen mit Juckreiz auf Hautkontakt.

Für
Schnitt und Ernte
immer lange Ärmel
und Handschuhe
tragen.

(Fun-)Facts

Das Holz des Cornus mas ist so schwer, dass es im Wasser untergeht. Da es auch besonders hart ist, wurde es früher gerne für Spazierstöcke, Werkzeugstiele und Leitersprossen verwendet.

Trojanisches Pferd

Auch Mythen und Legenden ranken sich um die Kornelkirsche.

Demzufolge soll gar das Trojanische Pferd aus dem Holz des Cornus mas gezimmert worden sein.

Es wird sogar berichtet, dass Romulus als Zeichen der Gründung Roms um 753 v. Chr. auf dem Palatinischen Hügel seine Lanze in die Erde rammte. Diese schlug Wurzeln und wuchs zu einer mächtigen Kornelkirsche heran, die noch in der Kaiserzeit zu bestaunen gewesen sei.